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Wladimir Putin testet sein Militär, Nato schickt Soldaten in den Osten

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Die Fronten verhärten sich  

Putin testet Armee, Nato schickt Tausende Soldaten

15.06.2016, 18:03 Uhr | dpa, AP, t-online.de

Wladimir Putin testet sein Militär, Nato schickt Soldaten in den Osten. Russische Panzerhaubitze 2S19 bei einer Militärparade in Moskau. (Quelle: Reuters)

Russische Panzerhaubitze 2S19 bei einer Militärparade in Moskau. (Quelle: Reuters)

Das Klima zwischen Nato und Russland wird immer eisiger: Während Putin die Einsatzbereitschaft seiner Armee testet, schickt das Atlantische Bündnis Tausende Soldaten zur Abschreckung in den Osten. Auch die Bundeswehr ist beteiligt. Von Konfrontation will jedoch niemand etwas wissen.

Deutschland gehört neben den USA, Großbritannien und wahrscheinlich Kanada zu den vier Ländern, die den Nato-Truppenaufmarsch anführen. Die Verteidigungsminister des Bündnisses stimmten am Dienstag in Brüssel dem Plan grundsätzlich zu, etwa 4000 Soldaten nach Polen, Lettland, Estland und Litauen zu entsenden.

Die deutschen Soldaten werden wahrscheinlich nach Litauen entsandt. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen wollte sich darauf aber noch nicht festlegen. "Die Details, wo das ist und wie das ausgestaltet ist, die sind noch in der Diskussion", sagte sie in Brüssel. "Aber Sie können sich darauf verlassen, dass wir unsere Verantwortung da wahrnehmen."

Stoltenberg: "Wollen keinen neuen Kalten Krieg"

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg betonte, dass das Bündnis mit der Truppenentsendung auf mögliche Sicherheitsrisiken durch Russland reagiere. "Gleichzeitig senden wir eine sehr starke Botschaft aus, dass wir keine Konfrontation mit Russland anstreben", sagte Stoltenberg. "Wir wollen keinen neuen Kalten Krieg."

Die russische Armee begann unterdessen auf Befehl von Präsident Wladimir Putin mit der Überprüfung ihrer Einsatzbereitschaft. Aber auch Moskau wollte das nicht als Konfrontation verstanden wissen. "Das ist keine Reaktion auf das Nato-Manöver im Baltikum und die Verstärkung der Nato-Kräfte in Osteuropa", sagte der Chef des Verteidigungsausschusses der Staatsduma, Wladimir Komojedow, nach Angaben der Agentur Tass.

Die nordöstlichen Mitgliedstaaten der Nato fühlen sich seit der russischen Annexion der Krim vor gut zwei Jahren von ihrem mächtigen Nachbarn bedroht. Die Nato hat bereits mit zusätzlichen Manövern, verstärkter Luftraumüberwachung und dem Aufbau einer schnellen Eingreiftruppe für Krisensituationen reagiert.

Nun soll dieser Kurs mit der Entsendung jeweils eines Bataillons (etwa 1000 Soldaten) nach Estland, Lettland, Litauen und Polen fortgesetzt werden.

Nato will auch Rumänien aufrüsten

Neben Polen und dem Baltikum will die Nato als Reaktion auf Putins Politik auch Rumänien aufrüsten. Geplant sei, Soldaten für eine von Rumänien geführte Brigade zur Verfügung zu stellen, sagte Stolteberg. Es gehe um eine "maßgeschneiderte Präsenz" im südöstlichen Bündnisgebiet.

Die Verteidigungsminister bereiten in Brüssel den Nato-Gipfel am 8. und 9. Juli in Warschau vor. Dort soll ein ganzes Paket neuer Abschreckungsmaßnahmen präsentiert werden. Außerdem wird es dort um die Bedrohung durch die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) gehen.

Awacs-Flugzeuge gegen den IS

Zudem plant die Nato nun wohl doch eine direkte Unterstützung der internationalen Koalition gegen den IS. Die Verteidigungsminister sollen an diesem Mittwoch den Weg für einen Einsatz von Awacs-Flugzeugen ebnen.

Die mit moderner Radar- und Kommunikationstechnik ausgestatteten Maschinen könnten für die US-geführte Anti-IS-Koalition den Luftraum über Syrien und dem Irak überwachen. Zudem ist denkbar, dass sie als fliegende Kommandozentralen eingesetzt werden.

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