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Eskalation in Syrien: Erste Gefechte zwischen Türkei und Kurden-Allianz

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Eskalation in Nordsyrien  

Erste Gefechte zwischen Türkei und Kurden-Allianz

28.08.2016, 08:27 Uhr | dpa

Eskalation in Syrien: Erste Gefechte zwischen Türkei und Kurden-Allianz. Türkische Soldaten bei der Rückkehr aus Syrien. (Quelle: dpa)

Türkische Soldaten bei der Rückkehr aus Syrien. (Quelle: dpa)

Der Konflikt zwischen der türkischen Armee und den Kurden in Nordsyrien ist weiter eskaliert. Rebellen, die von der Türkei unterstützt werden, haben sich am Samstag nach eigenen Angaben erstmals Gefecht mit Kämpfern des von Kurden angeführten Militärbündnisses Demokratische Kräfte Syriens (SDF) geliefert.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete, auch türkische Panzer seien an den Kämpfen beteiligt. Es waren demnach die ersten direkten Zusammenstöße zwischen der türkischen Armee und den von Kurden angeführten Kräften.

Auch ein Kurdensprecher meldete heftige Gefechte in der Nähe des Ortes Tel al-Amarna rund acht Kilometer südlich der Grenzstadt Dscharablus. Türkische Jets und Artillerie hatten die Region zuvor angegriffen, wie die Menschenrechtler weiter berichteten.

Bei den Demokratischen Kräften Syriens handelt es sich um ein von der Kurdenmiliz YPG angeführtes Bündnis, das vor allem die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekämpft. Unterstützt wird es dabei von Luftangriffen der US-geführten internationalen Koalition.

Erste türkische Bodenoffensive

Die Türkei fordert, dass sich die Kurden aus der Region um Dscharablus auf ein Gebiet östlich des Flusses Euphrat zurückziehen. Die türkische Armee und syrische Rebellen hatten den Grenzort in dieser Woche bei einer Bodenoffensive vom IS eingenommen. Die türkische Armee beschoss danach bereits am Donnerstagabend Stellungen der Kurden in Nordsyrien mit Artilleriegranaten.

Die erste türkische Bodenoffensive in Syrien seit Ausbruch des Bürgerkriegs vor mehr als fünf Jahren richtet sich gegen den IS und die YPG. Die Kurden kontrollieren in Nordsyrien bereits große Gebiete an der Grenze zur Türkei und haben dort eine Selbstverwaltung errichtet.

Rebellen rücken Kurden-Gebiete vor

Die türkische Regierung will verhindern, dass die Kurden noch mehr Gebiete unter ihre Kontrolle bringen. Sie befürchtet Auswirkungen auf die kurdische Autonomiebestrebungen im eigenen Land. Die Kurdenpartei PYD und die Miliz YPG sind eng mit der kurdischen Arbeiterpartei PKK verbunden, die von der Türkei als Terrororganisation eingestuft wird.

Syrische Rebellen erklärten, sie hätten am Samstag südlich von Dscharablus mehrere Dörfer vom IS eingenommen. Sie rückten damit weiter auf Gebiet zu, das von Einheiten der SDF kontrolliert wird.

Weiter östlich überquerten türkische Panzer bei der Stadt Kobane die Grenze. Sie begleiteten Baumaschinen, die auf syrischem Boden begannen, einen Graben auszuheben, wie ein Kurdensprecher berichtete. Die Türkei wolle eine Blockade über die Region verhängen.

Grundsätzliche Einigung auf Waffenruhe

Die USA und Russland verständigten sich unterdessen grundsätzlich über Schritte zu einer Waffenruhe zwischen Anhängern des Regimes und Rebellen, die sich in anderen Regionen Syriens gegenüberstehen. Besonders umkämpft ist dabei die nordsyrische Stadt Aleppo.

In Syrien tobt seit 2011 ein blutiger Bürgerkrieg, in den das Regime von Präsident Baschar al-Assad, etliche Rebellengruppen, die Kurden und der IS involviert sind. Der Konflikt hat nach UN-Angaben rund 400.000 Menschen das Leben gekostet und Millionen in die Flucht getrieben. Zudem leben noch etwa 600.000 Menschen unter Belagerung.

Die Kurden zwischen Türkei, IS und syrischem Bürgerkrieg hat das Washington Institute, das auf den Nahen Osten spezialisiert ist, umfassend analysiert (auf Englisch und mit anschaulichen Karten).

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