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"Identitäre Bewegung": Flüchtlingsgegner wollen sich nicht retten lassen

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Identitäre mit Maschinenschaden  

Flüchtlingsgegner wollen sich nicht retten lassen

11.08.2017, 23:20 Uhr | AFP, df

"Identitäre Bewegung": Flüchtlingsgegner wollen sich nicht retten lassen . Mit dem Schiff "C-Star" wollen die Identitären im Mittelmeer Flüchtlingsboote abfangen. (Quelle: dpa/Archivbild/Kibris Postasi)

Mit dem Schiff "C-Star" wollen die Identitären im Mittelmeer Flüchtlingsboote abfangen. (Quelle: Archivbild/Kibris Postasi/dpa)

Ein Schiff rechtsextremer Aktivisten, die Flüchtlinge an der Überfahrt nach Europa hindern wollen, hat im Mittelmeer mit Problemen zu kämpfen. Hilfe von Flüchtlingsrettern lehnen die Identitären aber ab.

Die italienische Seenotleitzentrale habe am Freitag ein in der Nähe befindliches Boot mit deutschen Flüchtlingsrettern - die Sea Eye - beauftragt, den Flüchtlingsgegnern zur Hilfe zu kommen, teilte deren Pressesprecher mit. Das "Nazi-Schiff" habe die Hilfe aber nicht annehmen wollen, erklärte der Sprecher.

Identitäre haben nur "kleines Problem"

Die zur Identitären Bewegung zählenden Aktivisten der "C-Star" schrieben auf Twitter: "Wir haben ein technisches Problem, das aber keine Seenotrettung erforderlich macht." Ein Sprecher der C-Star sagte, die Motoren des Schiffs seien für Reparaturarbeiten abgeschaltet worden. Es handle sich lediglich um ein "kleines Problem".

Die deutschen Flüchtlingsretter von der Sea Eye stellten die Lage anders dar: Die EU-Marine-Mission "Sophia" habe Sea Eye am Freitagmorgen darüber informiert, dass das Schiff der Rechtsextremen - die C-Star - in der Nähe manövrierunfähig auf dem Wasser treibe. Die C-Star habe zuvor eine entsprechende Meldung abgesetzt.

Sea Eye nimmt Kontakt auf

Die Seenotleitzentrale in Rom habe die Sea Eye daraufhin mit der Rettung der C-Star beauftragt, weil sie das am nächste gelegene Schiff sei. "Die Sea Eye nahm daraufhin Kurs auf die C-Star und trat per Funk in Kontakt mit den Rechtsextremisten", erklärte der Sprecher. "Diese lehnten aber jede Hilfe ab."

Der Vorsitzende von Sea-Eye, Michael Buschheuer, erklärte: "In Seenot Geratenen zu helfen, ist die Pflicht eines jeden, der auf See ist - unterschiedslos zu seiner Herkunft, Hautfarbe, Religion oder Gesinnung."

Rechte werfen Helfern "Menschenhandel" vor

Die Rechtsextremen, die in Deutschland vom Verfassungsschutz beobachtet werden, machen seit mehreren Wochen im Mittelmeer Druck auf Flüchtlings-Retter, denen sie "Menschenhandel" vorwerfen. Erst vor wenigen Tagen verfolgten sie ein Schiff der beiden Hilfsorganisationen Ärzte ohne Grenzen und SOS Méditerranée (SOS Mittelmeer). Das Schiff der Identitären Bewegung wird auch von Aktivisten aus Frankreich und Italien unterstützt.

Die "Sea-Eye" und ein deutsches Marineschiff nehmen die Insassen eines überfüllten Migrantenbootes auf. (Quelle: dpa/Archivbild/IUVENTA Jugend Rettet e.V.)Die "Sea-Eye" und ein deutsches Marineschiff nehmen die Insassen eines überfüllten Migrantenbootes auf. (Quelle: Archivbild/IUVENTA Jugend Rettet e.V./dpa)

Der Sprecher von Sea-Eye übte scharfe Kritik an den Zielen der "C-Star"-Aktivisten. Ihnen gehe es um ein "großangelegtes Propaganda-Manöver" gegen Flüchtlinge und ihre Helfer im Mittelmeer. Sie beschränkten sich einseitig auf die Forderung, die Menschen zurück nach Afrika zu bringen.

Rettungseinsätze gehen weiter

In den Gewässern vor der libyschen Küste gingen derweil auch am Freitag die Einsätze von Helfern zur Rettung von Flüchtlingen weiter - ungeachtet der Ankündigung der libyschen Regierung vom Vortag, ausländischen Rettungsschiffen den Einsatz in einer "Such- und Rettungszone" vor der Küste zu verbieten.

"Momentan setzen wir unsere Aktivitäten fort und patrouillieren in internationalen Gewässern", sagte der Einsatzleiter des Rettungsschiffes Aquarius, Nicola Stella. Das Schiff, das von Ärzte ohne Grenzen und SOS Méditerranée gechartert wurde, habe noch keine offizielle Mitteilung aus Libyen zu möglichen Einsatzbeschränkungen erhalten.

Die Aquarius kreuze tagsüber 20 Seemeilen vor der libyschen Küste und in der Nacht 30 Seemeilen, sagte Stella. Damit befinde sich das Schiff außerhalb libyscher Hoheitsgewässer und sei nicht an Vorgaben der libyschen Behörden gebunden.

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