15.04.2012, 08:51 Uhr | dpa, AFP
Barack Obama hat Ärger wegen seiner Leibwächtern (Quelle: dapd)
Die Teilnahme von US-Präsident Barack Obama am Amerika-Gipfel in Kolumbien wird von einem Sexskandal unter seinen Leibwächtern überschattet. Der US-Geheimdienst Secret Service suspendierte elf seiner Mitarbeiter, weil sie in Cartagena Prostituierte mit in ihr Luxushotel genommen hatten. Das bestätigte der Vizechef des Secret Service, Paul Morrissey. Auch fünf Soldaten der US-Armee wurden nach Hause geschickt.
Die "Natur des Fehlverhaltens in Verbindung mit einer Null-Toleranz-Politik bei persönlichem Fehlverhalten", habe zu der Entscheidung geführt, die Agenten von ihren Aufgaben zu entbinden, sagte Morrissey. Der Vorgang werde untersucht. Obamas Sprecher Jay Carney sagte, der Präsident habe dennoch weiterhin volles Vertrauen in den Secret Service, der vor allem für seine Sicherheit verantwortlich ist.
Der Kommandeur des für Mittel- und Südamerika zuständigen Southern Command der US-Armee, General Douglas Fraser, musste einräumen, dass auch fünf Mitarbeiter seines Stabes in den Fall verstrickt seien. Er sei "enttäuscht von dem ganzen Vorfall", wurde Fraser zitiert. Den Soldaten, die wegen des Verdachts auf "schweres Fehlverhalten" abkommandiert wurden, drohen nun Disziplinarverfahren.
Der Skandal sei ins Rollen gekommen, als einer der Personenschützer eine Prostituierte nicht habe bezahlen wollen, berichtete der Fernsehsender CNN und beruft sich auf einen Geheimdienst-Experten, der ein Buch über den Secret Service veröffentlicht hat. Die Prostituierte sei zur Polizei gegangen.
Die "Washington Post" verwies darauf, dass es zuletzt mehrfach Vorfälle mit Obamas Sicherheitsbeamten gab: So sei ein Agent nach einem Vorfall vor dem APEC-Gipfel im November auf Hawaii wegen Totschlags angeklagt worden. Ein weiterer Beamter sei bei einem Einsatz zur Vorbereitung eines Besuchs von Obama im US-Bundesstaat Iowa im August der Trunkenheit am Steuer beschuldigt worden.
Kurz nach Obamas Wahl 2009 war der Secret Service in die Kritik geraten, weil sich zwei Promijäger zu einem Dinner ins Weiße Haus eingeschlichen hatten: Ohne Einladung kamen die beiden unbehelligt durch die Sicherheitskontrollen.
Quelle: dpa, AFP
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