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Der neue Obama: Selbstbewusst, angriffslustig, aggressiv

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Der neue Obama: Selbstbewusst, angriffslustig, aggressiv

15.11.2012, 08:43 Uhr | Von Marco Mierke, dpa

US-Präsident Barack Obama (Quelle: Reuters)

Angriffslustig nach der Wiederwahl: US-Präsident Barack Obama (Quelle: Reuters)

US-Präsident Barack Obama hat mit klaren Aussagen die Pläne für seine zweite Amtszeit vorgestellt. Oberste Priorität habe die Lösung der Wirtschafts- und Schuldenprobleme, sagte der Präsident bei seiner ersten Pressekonferenz seit seiner Wiederwahl.

Vor allem der drohende Rückfall in die Rezession durch die sogenannte Fiskalklippe am Jahresende müsse verhindert werden. Zudem stehen eine Einwanderungsreform, die diplomatische Lösung des Atomkonflikts mit dem Iran und der Klimaschutz auf seiner Agenda.

Angriffe von John McCain

Beinahe zornig reagierte Obama auf Angriffe seines republikanischen Kontrahenten bei der Wahl 2008, John McCain. Der Senator und sein Kollege Lindsey Graham hatten angekündigt, eine mögliche Nominierung der amerikanischen UN-Botschafterin Susan Rice als Obamas künftige US-Außenministerin blockieren zu wollen. Rice gilt als eine Nachfolge-Kandidatin für Hillary Clinton. McCain kritisierte, Rice habe nach der Tötung des US-Botschafters in Libyen in einem TV-Interview verschleiert, dass es sich um einen Terroranschlag gehandelt habe.

"Wenn McCain und Graham auf jemanden los gehen wollen, dann auf mich", sagte der sichtlich verärgerte Präsident. Rice habe mit den Vorfällen in Bengasi nichts zu tun und lediglich Informationen widergegeben, die ihr vom Geheimdienst vorgelegt worden seien. "Ihr Ansehen zu besudeln, das ist ungeheuerlich." McCain legte am Abend in einer Rede im Senat nach: "Dieser Präsident und seine Regierung machen sich entweder einer kolossalen Inkompetenz schuldig oder sie verheimlichen etwas". Die Konservativen meinen, Obama habe im Fall der Bengasi-Attacke aus Wahlkampfgründen einen Skandal vertuscht.

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Sicherheit in der Weihnachtszeit

Ebenso hartleibig zeigte sich Obama bei seinen Steuerplänen: Er werde nicht davon abweichen, dass die reichsten zwei Prozent der Bevölkerung künftig mehr zahlen müssten. Bereits am Dienstag hatte sein Sprecher die Summe von 1,6 Billionen Dollar (1,25 Milliarden Euro) durch eine Anhebung der Steuersätze für Wohlhabende, die Ex-Präsident George W. Bush einst befristet gesenkt hatte, ins Spiel gebracht. "Wir können uns eine Verlängerung der Steuererleichterungen von Bush für die Reichen nicht leisten", sagte Obama. Die Republikaner sind gegen jegliche Steuererhöhungen.

Der Präsident forderte die Konservativen auf, möglichst sofort den Weg dafür frei zu machen, dass erstmal die befristeten Niedrigsteuern für 98 Prozent der Bevölkerung verlängert werden können. Die restlichen Fragen könnte dann mit mehr Ruhe verhandelt werden. Das würde den Menschen "Sicherheit in der Weihnachtszeit geben". Ansonsten sei er "offen für Kompromisse und offen für neue Ideen", sagte der Präsident. "Sturheit im Kongress" sei die größte Gefahr für die US-Wirtschaft, meinte er.

Gedankenaustausch mit Romney?

Die zum Jahreswechsel drohende sogenannte Fiskalklippe müsse auf jeden Fall umschifft werden. Der Begriff steht unter anderem für automatische Einschnitte im Staatshaushalt von rund 600 Milliarden Dollar (470 Milliarden Euro). Experten halten einen massiven Konjunktureinbruch für möglich, sollten sich das Weiße Haus, der Senat und das republikanische Repräsentantenhaus nicht einigen.

Bei der Lösungssuche für die Herausforderungen in seiner zweiten Amtszeit könne er sich auch einen Gedankenaustausch mit seinem unterlegenen Herausforderer Mitt Romney vorstellen. Der Republikaner habe viele gute Ideen, meinte Obama. Er hoffe, bis zum Jahresende einen Termin mit ihm vereinbaren zu können. Romney äußerte sich am Mittwoch allerdings nicht wohlwollend über den Präsidenten. Der habe die Wahl vor allem durch "Geschenke" an Minderheiten wie Schwarze und Latinos sowie an junge Leute gewonnen, zitierte die "New York Times" Romney.

Quelle: Von Marco Mierke, dpa

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