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Donald Trump: Republikaner überlegen Unterstützung einzustellen

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Wie einst bei Bob Dole  

Ziehen die Republikaner Trump noch den Stecker?

08.09.2016, 16:05 Uhr | Andreas Schwitzer, AP

Donald Trump: Republikaner überlegen Unterstützung einzustellen. Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump mit Gouverneur des Bundesstaates Ohio John Kasich (l.) und Senator Ted Cruz (r.). (Quelle: Reuters)

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump mit Gouverneur des Bundesstaates Ohio John Kasich (l.) und Senator Ted Cruz (r.). (Quelle: Reuters)

In der Partei der US-Republikaner gibt es offenbar Überlegungen, die Unterstützung für den Kandidaten Donald Trump einzustellen. Ein entsprechendes Szenario gilt als wenig wahrscheinlich, aber möglich. Und es gibt sogar ein Beispiel aus der Vergangenheit.

Die Beziehung zwischen Donald Trump und der republikanischen Parteiführung stand seit Beginn der Vorwahlen unter keinem guten Stern. Selbst als der Milliardär einen parteiinternen Rivalen nach dem anderen aus dem Feld schlug, hegten Teile des Partei-Establishments noch Pläne, ihm doch irgendwie die Nominierung zu nehmen. Die hat er mittlerweile sicher, doch auch die Unterstützung der Partei?

In den vergangenen Wochen wurde informell in Parteigremien die Möglichkeit diskutiert, die Unterstützung für Trump einzustellen und sich dafür auf die wichtigen Kongresswahlen zu konzentrieren, wie die Nachrichtenagentur AP erfuhr. Warum viel Geld und Ressourcen in einen Kandidaten stecken, der ohnehin nicht gewinnen kann, argumentieren seine Gegner.

Präzedenzfall Bob Dole

Dass die Partei ihren Kandidaten zu einem so späten Zeitpunkt noch fallenlässt, gilt als unwahrscheinlich. Aber es gibt einen Präzedenzfall. 1996 lag Bob Dole gegen den demokratischen Amtsinhaber Bill Clinton so deutlich zurück, dass das Republikanische Nationalkomitee (RNC) im Oktober Kongressabgeordneten freistellte, sich von ihm zu distanzieren. Die Ressourcen der Partei flossen daraufhin in wichtige Rennen im Senat und Repräsentantenhaus.

Für Donald Trump käme das einer Katastrophe gleich. Denn fast sein gesamter Wahlkampf wird von der Parteiführung betrieben. Das RNC, nicht Trumps Wahlkampfteam, hat Hunderte Helfer in die umkämpftesten US-Staaten geschickt. Das RNC, nicht Trumps Wahlkampfteam, durchforstet ein Wählerdatenprogramm, um potenzielle Trump-Wähler zu identifizieren und mit ihnen kommunizieren. Und es ist auch das RNC, das in wichtigen Staaten gezielt Wähler für eine vorzeitige Stimmabgabe anspricht, damit seine Herausforderin Hillary Clinton nicht schon vor dem eigentlichen Wahltermin einen zu großen Vorsprung erarbeitet.

Für Clinton arbeiten Zehntausende

Ohne das RNC würde Trump nicht mit viel mehr dastehen als einem kleinen Stab an Mitarbeitern, seiner Twitter-Seite und seinem Charisma. Ganz anders als Clinton, für die Zehntausende besonders in den wahlentscheidenden "battleground states" von Tür zu Tür gehen, um Wähler zu rekrutieren. Das ist bei dieser Wahl besonders wichtig, weil beide Kandidaten nicht besonders populär sind und viele Amerikaner deshalb erst gar nicht zur Urne gehen wollen.

Sollte die republikanische Parteiführung - einmal angenommen - Trump tatsächlich fallenlassen, könnte sie "battleground states" wie Colorado und Virginia abschreiben, in denen Trump in den meisten Umfragen ohnehin zurückliegt. Stattdessen könnte sich die Partei auf Missouri und Georgia konzentrieren, traditionell republikanische Staaten, in denen bei dieser Wahl republikanische Senatoren um ihr Amt bangen müssen.

Statt ihre Datenbanken nach potenziellen Trump-Wählern zu durchforsten, könnte die Partei zudem in Staaten wie Ohio und Pennsylvania auch unter den Clinton-Wählern wildern und jene gezielt ansprechen, die sich auch vorstellen können, bei der Kongresswahl für die beiden republikanischen Senatoren Rob Portman und Pat Toomey zu stimmen.

Noch wird Trump unterstützt

Doch bisher zeichnet sich ein solches Szenario nicht ab. Nach dem holprigen Start zwischen Trump und der Partei hat der RNC-Chefstratege Sean Spicer kürzlich ein Büro in der Wahlkampfzentrale im Trump Tower bezogen. Der Leiter der schnellen Eingreiftruppe der RNC, Michael Short, ist mittlerweile ebenfalls öfter in New York, um dem unerfahrenen Wahlkampfteam von Trump unter die Arme zu greifen. Und der RNC-Vorsitzende Reince Priebus war mit Trump sogar auf Wahlkampftour. Doch auch bei Dole zog das RNC 1996 erst im Oktober den Stecker.

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