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Al Franken will wegen Belästigungsvorwürfen zurücktreten

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Al Franken  

Belästigungsvorwürfe: US-Senator will zurücktreten

07.12.2017, 18:55 Uhr | fab, AP, dpa

Al Franken will wegen Belästigungsvorwürfen zurücktreten. Al Franken: Rücktritt "in den kommenden Wochen" (Quelle: AP/dpa/J. Scott Applewhite)

Al Franken: Rücktritt "in den kommenden Wochen" (Quelle: J. Scott Applewhite/AP/dpa)

Er hatte sich mehrfach entschuldigt, doch das half nicht: Nach Druck aus den eigenen Reihen hat der demokratische US-Senator Al Franken seinen Rücktritt angekündigt – in den "kommenden Wochen".

US-Senator Al Franken wird nach einer Reihe von Vorwürfen sexueller Übergriffe zurücktreten. Er gab seine Entscheidung im Senat in Washington bekannt. Dies sei der schlimmste Tag seines politischen Lebens, sagte Franken.

Nachdem in den vergangenen Tagen neue Anschuldigungen laut geworden waren, war der Druck auf Franken auch aus den eigenen Reihen schlagartig gewachsen: Mehr als 30 der 48 demokratischen und unabhängigen Senatorinnen und Senatoren forderten ihn zum Rücktritt auf.

Franken sagte, sein Rücktritt entbehre nicht einer gewissen Ironie, sitze doch im Weißen Haus jemand, der auf Tonband mit sexuellen Übergriffen geprahlt habe und während ein Mann, der Mädchen bedrängt habe, mit Unterstützung seiner Partei für den Senat kandidiere.

Franken spielte damit auf frühere Äußerungen Donald Trumps an. Dieser hatte gesagt, als Berühmtheit könne man sich Frauen gegenüber alles erlauben und ihnen auch in den Schritt fassen.

Und er bezog sich auf den republikanische Senatskandidat in Alabama, Roy Moore. Mehrere Frauen werfen ihm Übergriffe vor. Sie waren zum angeblichen Tatzeitpunkt noch minderjährig. Am Dienstag wird in Alabama gewählt. (Lesen Sie hier mehr zu dem Fall und zur Sexismusdebatte in der US-Politik.)

Der 66-jährige Franken ist ein in den USA sehr prominentes Mitglied der demokratischen Partei und seit 2008 Senator. Vor seiner Karriere in der Politik war er unter anderem Radiomoderator, er trat auch in der populären Sendung Saturday Night Live auf.

Die Vorwürfe gegen Franken hatten im November mit der Schauspielerin und Musikerin Leeann Tweeden begonnen: Sie hatte ihn beschuldigt, ihr vor einem gemeinsamen Auftritt vor Soldaten in Afghanistan zu nahe gekommen zu sein. Auf dem Heimflug von Afghanistan soll er ihr zudem - für ein Foto posierend - an die Brüste gefasst haben, als sie geschlafen habe. Auf dem Foto trug die Frau eine schussfeste Weste.

Nach den Enthüllungen über den Hollywood-Manager Harvey Weinstein sind in den USA zahlreiche Anschuldigungen gegen mächtige Männer aus der Medien- und der Unterhaltungsbranche sowie aus der Politik laut geworden. Franken wäre bislang der mit Abstand bedeutendste Politiker, der über Vorwürfe stürzt. 

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