11.11.2012, 10:13 Uhr
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Jürgen Trittin, Spitzenkandidat der Grünen bei der Bundestagswahl, gemeinsam im Deutschen Bundestag. (Quelle: dpa)
Die grünen Spitzenkandidaten Jürgen Trittin und Katrin Göring-Eckardt lassen Distanz zum SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück erkennen. In einem gemeinsamen Interview mit der "Bild am Sonntag" sagte Göring-Eckardt auf die Frage, ob Steinbrück der richtige Kanzlerkandidat sei: "Wir werden uns nicht an der Kanzlerkandidatenentscheidung der SPD abarbeiten." Zwar äußerte sich das Spitzenduo ablehnend zu einer schwarz-grünen Koalition nach der Bundestagswahl, Gespräche mit der Union schlossen beide dennoch nicht aus.
Für die Bundestagswahl im nächsten Jahr gab Göring-Eckardt in dem Interview aber wenig überraschend Rot-Grün als Ziel aus. Mit der SPD hätten die Grünen an vielen Stellen Berührungspunkte und Übereinstimmungen.
Die neuen Spitzenkandidaten der Grünen starten mit niedrigen Umfragewerten in den Bundestagswahlkampf: Im aktuellen Sonntagstrend, den das Meinungsforschungsinstitut Emnid im Auftrag von "Bild am Sonntag" erhebt, verlieren die Grünen einen Prozentpunkt und kommen auf nur zwölf Prozent. Im Mai letztes Jahr lag der Wert mit 24 Prozent noch doppelt so hoch.
Um bei der Bundestagswahl für die Grünen erfolgreich zu sein, will Göring-Eckardt um die bürgerliche Mitte kämpfen. In den ARD-"Tagesthemen" sagte die Bundestagsvizepräsidentin: "Wir wollen die bürgerliche Mitte, wenn man sie so nennen will, niemand anderem überlassen."
Optimistisch zeigten sich Göring-Eckardt und Trittin, das grüne Wahlergebnis von 2009 deutlich verbessern zu können: "Wir trauen uns zu, kräftig zuzulegen. Sonst wären wir nicht angetreten", sagte Göring-Eckardt. Trittin ergänzte: "Nur wenn wir das grüne Wahlergebnis von 2009 um einige Prozentpunkte steigern, wird die Regierung Merkel abgelöst. Es geht bei der Wahl um die Frage: Grün oder Merkel?"
Die aus Thüringen stammende Göring-Eckardt glaubt, dass ihre Spitzenkandidatur das grüne Wahlergebnis in Ostdeutschland verbessern wird: "Als Ostdeutsche weiß ich, dass sich viele Menschen dort gerne mit Ostdeutschen identifizieren. Meine Wahl zur Spitzenkandidatin wird den Grünen beim Wahlergebnis im Osten helfen."
In den "Tagestehmen" verneinte Göring-Eckardt die Frage, ob sie jetzt auch für den Parteivorsitz der Grünen kandidieren wolle. In der "Bild am Sonntag" sagte sie Claudia Roth ihre Unterstützung bei der Kandidatur um den Parteivorsitz zu. "Ich wünsche mir, dass Claudia Roth ein gutes Ergebnis beim Parteitag bekommt."
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