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    Desaster für CDU-Politiker Kauder

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    Nominierung für den Bundestag  

    Desaster für CDU-Politiker Kauder

    17.11.2012, 14:02 Uhr | Von Jürgen Ruf, dpa

    Desaster für CDU-Politiker Kauder. Der Vorsitzende des Bundestags-Rechtsausschusses, Siegfried Kauder (CDU), hat das Oberlandesgericht München gegen die Kritik am Zulassungsverfahren für Journalisten beim NSU-Prozess verteidigt. (Quelle: dpa)

    Der Vorsitzende des Rechtsausschusses des Bundestags, Siegfried Kauder (CDU), hat dem im Vorfeld des NSU-Prozesses kritisierten Oberlandesgericht München den Rücken gestärkt (Quelle: dpa)

    Siegfried Kauder hat den Kampf verloren: Wenige Tage vor seinem 62. Geburtstag verweigerte ihm seine Partei die Gefolgschaft im Wettbewerb um eine erneute Bundestagskandidatur. Der langjährige CDU-Abgeordnete aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis und Bruder von Unions-Bundestagsfraktionschef Volker Kauder darf nicht wieder antreten.

    Zur Wahl im nächsten Jahr setzt die CDU nach einer monatelangen Schlammschlacht auf den jungen Thorsten Frei - und eben nicht auf Siegfried Kauder, der seit 2002 im Bundestag sitzt und dort Vorsitzender des wichtigen Rechtsausschusses ist.

    Kauder verlässt Saal

    In der Stadthalle der Kleinstadt Bräunlingen kommt es am späten Freitagabend zum Duell zwischen Kauder und seinem Widersacher. Frei, der 39 Jahre alte Oberbürgermeister von Donaueschingen und stellvertretende Vorsitzende der Südwest-CDU, will Kauders Job. Und die große Mehrheit der Delegierten schlägt sich auf seine Seite. Frei erhält 68,6 Prozent der Stimmen, Kauder nur 31,4 Prozent. Die CDU dominiert den Wahlkreis, das Direktmandat ist Frei so gut wie sicher.

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    Als das Ergebnis verkündet wird, ist Kauder schon nicht mehr da. Er verlässt den Saal, kurz bevor der Sieg seines Kontrahenten öffentlich wird. Keine Worte mehr an seine Parteifreunde, keine Gratulation für den Nachfolger.

    Keine Antworten auf Briefe und E-Mails

    Siegfried Kauder bildet mit seinem Bruder Volker das einzige Geschwisterpaar im Bundestag - es wird nun bald getrennt sein. In seinem Wahlkreis war es zuletzt einsam geworden um den Juristen, der im Berliner Politbetrieb Ansehen genießt. Die Basis nimmt ihm so manche Eigenmächtigkeit übel. Die Kritik: Kauder beantworte keine Briefe oder E-Mails, er habe sich mit langjährigen Mitarbeitern überworfen und finde keine Nähe mehr zu Parteifreunden vor Ort.

    In Bräunlingen versucht es Kauder zum letzten Mal. Er räumt einzelne Fehler ein, sieht sich in der Bilanz jedoch als guten Abgeordneten. Seinen Widersacher erwähnt er mit keinem Wort - auch wenn er Giftpfeile schießt. Im Gegensatz zu anderen sei er nicht "stromlinienförmig" und rede "niemandem nach dem Mund", sagt Kauder, ohne Frei namentlich zu nennen. Auch dieser hält es so. In Freis Rede fällt der Name Kauder kein einziges Mal.

    Teufel: Leistungen Kauders nicht kleinreden

    Im Publikum sitzt Erwin Teufel. Baden-Württembergs früherer CDU-Ministerpräsident ist mit dem Versuch gescheitert, zwischen den verfeindeten Gruppen zu vermitteln. Nun gehe es um Geschlossenheit, sagt der 73-Jährige, der die Region 34 Jahre im Landtag vertreten hat. "Thorsten Frei ist ein großes politisches Talent", sagt Teufel. "Wir sollten nun aber nicht den Fehler machen, die Leistungen des Abgeordneten Kauder im Nachhinein kleinzureden."

    Frei möchte bis zur Wahl im Herbst 2013 Oberbürgermeister bleiben, den Posten als Landes-Vize seiner Partei will er auch als Abgeordneter behalten. Mit Freis Abgang nach Berlin geht der Südwest-CDU, die Wahlniederlagen verschmerzen musste und nur wenig Spitzenpersonal aufweisen kann, eine Führungsreserve verloren.

    Die Landtagswahl 2015 sei für ihn mit Blick auf die eigene Karriere kein Thema, sagt Frei. Kauder spielt in den Planungen der Partei keine Rolle mehr. Die CDU sucht nun einen neuen Kreisvorsitzenden - mit einer erneuten Kandidatur Kauders wird nicht gerechnet.

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