19.11.2012, 12:53 Uhr | AFP, dapd
SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier hat eingeräumt, dass der Wahlkampfstart von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück nicht gelungen ist. "Natürlich hat sich vor allem Peer Steinbrück den Start anders vorgestellt", sagte Steinmeier der "Bild"-Zeitung. Zugleich kritisierte er die Attacken von CDU/CSU und FDP im Zusammenhang mit den Nebentätigkeiten Steinbrücks.
Mancher Vorwurf aus den Regierungsparteien sei "wirklich unverschämt", sagte der Fraktionsvorsitzende, der 2009 für die SPD als Kanzlerkandidat angetreten war. "Das zeigt nur, wie nervös die sind", sagte Steinmeier.
Steinmeier rechtfertigte die Benutzung der Gratis-Bahncard für Steinbrücks Vortragsreisen: "Die Menschen wollen wissen, was er zu sagen hat." Der SPD-Kanzlerkandidat habe neben seinen bezahlten Vorträgen auch "über 240 Veranstaltungen in Bürgerzentren, Schulen und Universitäten" absolviert, bei denen er "selbstverständlich honorarfrei Politik erklärt hat".
Um all das unter einen Hut zu bringen, hätten alle Bundestagsabgeordneten eine Jahreskarte der Bahn.
Steinbrück soll am 9. Dezember auf einem SPD-Parteitag in Hannover offiziell zum Kanzlerkandidaten gekürt werden. Er steht seit Wochen wegen seiner Nebeneinkünfte in der Kritik. Insgesamt soll er laut Medienberichten seit dem Jahr 2009 Nebeneinkünfte von rund zwei Millionen Euro erzielt haben. Davon veröffentlichte er bisher 1,25 Millionen Euro aus Vortragshonoraren.
Steinbrück habe seine Nebeneinkünfte "auf Heller und Pfennig" offen gelegt. "Seine Kritiker aus Union und FDP haben feige gekniffen, als wir diese Regeln für alle Abgeordneten beschließen wollten", kritisierte der Fraktionschef.
Quelle: AFP, dapd
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