Steinbrück macht den Schröder
Steinbrück macht den Schröder: "Dann gewinnen wir"14.07.2013, 16:00 Uhr | t-online.de, AFP
Peer Steinbrück bläst zur Aufholjagd der SPD. Sein Vorbild: Der Wahlkampf des früheren Kanzlers Gerhard Schröder (Quelle: dpa)
SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat seiner Partei eine Aufholjagd in den Umfragen wie unter dem damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder versprochen. "Ich werde den gleichen Einsatz zeigen, den Schröder seinerzeit in den letzten Wochen vor der Wahl gebracht hat", sagte Steinbrück der "Bild am Sonntag. Zudem kündigte er gemeinsame Märchenstunden mit seiner Frau an.
Auch Schröder sei 2002 schon abgeschrieben worden und habe doch noch gewonnen. Ich glaube, das erleben wir gerade wieder."
Steinbrück lässt sich auch von Schröder im Wahlkampf beraten: "Wir haben in dieser Woche telefoniert und uns verabredet. Er wird mich unterstützen, wo er kann, und ich bin ihm dafür dankbar."
Um die Bundestagswahl doch noch zu gewinnen, will Steinbrück rund fünf Millionen frühere SPD-Wähler zurückgewinnen. Wenn ihm dies gelinge, "dann gewinnen wir", sagte Steinbrück. "Ich werde auch selber von Tür zu Tür gehen und um Stimmen werben. Und ich weiß: Als Redner kann ich durchaus Wirkung erzielen."
Zudem wolle er mit seiner Frau Gertrud beim SPD-Deutschlandfest im August in Berlin zusammen Märchengeschichten zum Besten geben, sagte Steinbrück der "Bild am Sonntag". Die Auswahl sei aber noch nicht getroffen: "Wir suchen noch welche, die eine Rollenverteilung zulassen."
Mit härteren Bandagen dürfte es in einem TV-Duell der Kandidaten im September zugehen - dann will Steinbrück Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vorführen: "Das TV-Duell wird eine gute Gelegenheit zu belegen, dass sich Frau Merkel entweder nicht festlegt oder etwas ankündigt und dann passiert - nichts." Den Vergleich mit Merkel gehe er gerne ein.
Bei der Bundestagswahl 2002 lagen SPD und Union mit jeweils 38,5 Prozent gleichauf. In Umfragen hatte die SPD zunächst deutlich schwächer abgeschnitten - und wurde am Wahlabend überraschend stark. Damals reichte es für die Fortsetzung der rot-grünen Koalition.
Auch drei Jahre später, bei den vorgezogenen Neuwahlen, überraschte Gerhard Schröder trotz starker Verluste die Meinungsforscher: Die SPD kam 2005 auf 34,2 Prozent, und lag - trotz katastrophaler Umfragewerte - nur einen Prozentpunkt hinter der Union.
Das Ergebnis befeuerte Schröders Laune in einer TV-Runde am Wahlabend. Dem ZDF-Chefredakteur Brender hielt Schröder vor: "Ich bleibe Bundeskanzler, auch wenn Medien wie Sie dagegengearbeitet haben."
An die damalige CDU-Kanzlerkandidatin und Wahlsiegerin Angela Merkel von der Union wandte er sich mit den berühmten Worten: "Aber sie wird keine Koalition unter ihrer Führung mit meiner sozialdemokratischen Partei hinkriegen. Das ist eindeutig. Machen sie sich da gar nichts vor."
Zwei Monate später nahm das neue Kabinett unter Kanzlerin Merkel die Arbeit auf - mit Peer Steinbrück als Finanzminister.
In der wöchentlichen Emnid-Umfrage im Auftrag der "Bild am Sonntag" kommt die SPD derzeit wie in der Vorwoche auf 26 Prozent. Die Union erreichte 41 Prozent (minus eins), die FDP kam auf fünf Prozent (plus eins), die Grünen unverändert auf zwölf Prozent, die Linkspartei auf sieben Prozent (minus eins).
14.07.2013, 16:00 Uhr | t-online.de, AFP
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