TV-Duell
Raab hat große Probleme mit Merkel02.09.2013, 13:27 Uhr | t-online.de
Stefan Raab, der Neuling in der TV-Duell-Runde, hatte mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) einige Probleme - mit SPD-Herausforderer Peer Steinbrück fiel ihm der Umgang deutlich leichter. Die t-online.de-Leser sahen den Auftritt des Pro7-Entertainers im Vorfeld der Sendung kritisch: In einem Voting sagten 68 Prozent der Leser (von insgesamt 679), dass Raab als Moderator eine Fehlbesetzung war. Monika Matschnig, Expertin für Körpersprache empfand den 46-Jährigen als belebendes Element, kritisierte gegenüber t-online.de aber sein wildes Gestikulieren: "Für seine Shows ist das optimal, doch als Moderator strahlt man Kompetenz mit Ruhe aus!"
In jedem Fall benötigte der Kölner etwas Anlaufzeit, um in das für ihn ungewohnte Sendeformat zu finden. Seine Versuche, Merkel beim TV-Duell am Sonntagabend zu unterbrechen und mit Zwischenfragen zu konfrontieren, scheiterten an der Durchsetzungsfähigkeit der Regierungschefin, die sich von ihrem Redefluss nicht abbringen ließ. Bei Raabs Frage, ob es den Deutschen finanziell nach weiteren vier Merkel-Jahren besser oder schlechter gehe, ließ die Kanzlerin trotz mehrfacher Anläufe kein Raab-Nachhaken zu. Auch als Raab wissen wollte, ob es kreative Ideen zur Staatsfinanzierung gäbe, blieb Merkel trotz Zwischenfragen bei ihrer Linie. Expertin Matschnig sah in der Kanzlerin den klaren Sieger in diesem Privatduell. "Merkels Gesten bringen Raab zum Schweigen. Schlag den Raab, 1:0."
Originell, aber einstudiert wirkte sein Zahlenspiel, als Raab der Bundeskanzlerin vorrechnete, dass Deutschland erst im Jahr 2184 schuldenfrei sei, wenn jetzt mit dem Abbau begonnen würde. Als Raab die Kanzlerin anmahnte, ihr Zeitbudget einzuhalten, lächelte sie verständnisvoll. Etwas Leben kam mit Raabs Frage an Steinbrück in die Diskussion, welche Partei er denn wählen solle, wolle er eine große Koalition mit Steinbrück als Vizekanzler.
Als erfrischend betrachtete auch t-online-Leser "Tom" den Pro7-Moderator: "Endlich kann Raab zeigen, was er drauf hat! Weiter so! Und somit werden Fragen gestellt, die Merkel und Steinbrück nicht vorab einschätzen können.“ Viele andere User sahen es jedoch anders. „Raab ist in der Runde fehl am Platz. Er gehört in den Bereich des Entertainments und nicht in politische Diskussionsrunden!“, attestierte etwa "KOG", Willi forderte "Herr Raab sollte mal seine Hand aus der Tasche nehmen".
02.09.2013, 13:27 Uhr | t-online.de
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