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Spitzentreffen von Rot-Grün

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Spitzentreffen in Berlin

Rot-Grün zwischen Wilhelm Tell und Kohlrouladen

05.09.2013, 16:04 Uhr | Von Georg Ismar und Basil Wegener, dpa

Von links nach rechts: Winfried Kretschmann, Hannelore Kraft, Peer Steinbrück, Katrin Göring-Eckardt und Jürgen Trittin beim rot-grünen Spitzentreffen (Quelle: dpa)

Winfried Kretschmann ist irgendwann beim Schweizer Freiheitskämpfer Wilhelm Tell angelangt. In vielen Bundesländern regierten SPD und Grünen inzwischen "fröhlich nach altem Brauch und eigenem Gesetz, wie es bei Wilhelm Tell heißt", erzählt Baden-Württembergs grüner Ministerpräsident.

Aber just als er und die anderen Spitzen von SPD und Grünen nach einer Mutmacher-Konferenz auf dem Podium Platz genommen haben, wird eine weitere schlechte Umfrage für Rot-Grün publik: Demnach schwächeln nun auch die Grünen.

Umfrage: Rot-Grün auf elf Punkte hinter Schwarz-Gelb

Das ZDF-Politbarometer sieht sie nur noch bei 10 Prozent, die SPD bei 26 Prozent. Mit 36 Prozent liegt Rot-Grün in dieser Umfrage elf Punkte hinter Schwarz-Gelb. Allerdings ist auch eine Mehrheit für Union und FDP alles andere als sicher.

In der Mitte des Podiums sitzt SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück. Er und seine Partei versprühen seit dem gut verlaufenen TV-Duell neue Zuversicht.

Kann Steinbrück noch "King of Kotelett" werden?

Doch womöglich ist es auch ein Stück weit Autosuggestion. Schon 2009 entpuppte sich ein kleiner Auftrieb nach dem TV-Duell für die SPD als Strohfeuer - die Partei stürzte auf 23 Prozent ab.

Und bei den Grünen stellt sich die Frage, ob der Partei die Debatte über einen fleischlosen "Veggie Day" in deutschen Kantinen schadet. Es ist unklar, wie Steinbrück bei diesem Rückstand noch "King of Kotelett" (Stefan Raab im TV-Duell) einer rot-grünen Koalition werden will.

NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) betont, dass viele Initiativen aus den rot-grün und grün-rot regierten Ländern an Schwarz-Gelb im Bund scheitern - etwa für eine Abschaffung des Betreuungsgeldes oder einen Mindestlohn von 8,50 Euro.

Foto-Serie: Top-Nachrichten des Tages

Steinbrück sagt daher, er wolle den Politikwechsel in den Ländern auf den Bund übertragen. Aber: Ungeachtet der Show-Veranstaltung im Berliner Humboldt-Carré ist unübersehbar, dass es knirscht zwischen beiden Parteien.

Streit bei der Energiepolitik

Vor allem die Energiepolitik ist ein Zankapfel. Ein führender SPD-Politiker unterstellt den Grünen fehlende Sensibilität beim Thema hohe Strompreise. Die hätten halt eine betuchtere Wählerklientel.

Grünen-Spitzenmann Jürgen Trittin rechnet dagegen vor: Verbraucher sollten um vier Milliarden Euro entlastet werden, indem Industrie-Befreiungen bei Netzentgelten und Ökostromumlage in großem Stil wegfallen. Die SPD will Industrierabatte nur um 500 Millionen Euro abschmelzen.

Und während die SPD Kohlekraftwerke noch bis zu 40 Jahre laufen lassen will, wollen die Grünen ein Aus bis 2030. Mit Verwunderung nahmen die Grünen die Forderung von SPD-Chef Sigmar Gabriel auf, den Ausbau erneuerbarer Energien zu drosseln.

Kretschmann: "Man kann alles drehen und wenden"

Doch erst mal soll jetzt gemeinsam gekämpft werden. Den alten Fahrensmann Kretschmann können die Umfragen nicht aus der Ruhe bringen. "Wenn man an die eigene Sache glaubt, kann man alles drehen und wenden. Und es passieren ganz unvorhergesehene Sachen", erzählt er.

Der Atomunfall von Fukushima und der Verdruss vieler Wähler an der Südwest-CDU brachten ihn im März 2011 ins Amt. Viele würden denken, Bundeskanzlerin Angela Merkel sei nicht zu stürzen. "Aber die Wählerinnen und Wähler können das ganz anders machen, als es uns die Umfragen weismachen." Rot-Grün zeige in den Ländern: "Wir können es."

Beim Thema "Veggie Day" legen sie richtig los

Dass Roten und Grünen der Wahlkampf durchaus auch mal Spaß macht, zeigt sich, als die Politiker wieder einmal nach dem "Veggie Day" gefragt werden. Statt genervt abzuwinken, legen sie richtig los.

"Die meisten Kantinen bieten täglich vegetarische Gerichte an", hat Steinbrück beobachtet. Vorschreiben solle man sowas aber nicht. "Das würden wir nie mitmachen", stellt auch Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt klar.

Ihr Co-Spitzenkandidat Trittin rät Kritikern, sich mal in der Kantine der CDU-Zentrale umzusehen. "Die haben jede Woche einen komplett fleischfreien Tag." Dabei geht es allerdings um Fischgerichte am Freitag. Katholik Kretschmann findet das gut, es sei viel bekömmlicher.

Politik darf auch mal Spaß machen

Steinbrück ist nur einmal anderer Meinung als Kretschmann, als der doziert: "Politik macht keinen Spaß, Politik macht Sinn." Ein bisschen Spaß dürfe es schon machen, brummelt Steinbrück. Forsch soll es in den letzten zwei Wochen vor der Wahl zugehen.

Trittin kündigt an die Adresse von Kanzlerin Merkel eine härtere Gangart an: "Der Wahlkampf mit den Rezepten, wie man Kohlrouladen herstellt, ist zu Ende."

05.09.2013, 16:04 Uhr | Von Georg Ismar und Basil Wegener, dpa

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