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Umfrage Bundestagwahl: Bündnis 90/Die Grünen so schwach wie lange nicht

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Steinbrücks neues Problem

Die Grünen sind so schwach wie nie

06.09.2013, 12:07 Uhr | t-online.de, dpa

Bundestagswahl 2013, SPD, Die Grünen, Peer Steinbrück  (Quelle: imago)

Ohne die schwächelnden Grünen von Jürgen Trittin (links) muss SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück seine Hoffnungen begraben (Quelle: imago)

Angela Merkels Herausforderer Peer Steinbrück hat bessere Popularitätswerte, aber auch ein neues Problem: die Grünen. Während seine SPD auch nach dem TV-Duell nicht so richtig aus den Puschen kommt, wird der Wunschpartner immer schwächer: Die Ökopartei erreicht in aktuellen Umfragen den schlechtesten Wert seit knapp vier Jahren.

Bei nur noch zehn Prozent sieht das von der Forschungsgruppe Wahlen errechnete ZDF-Politbarometer die Grünen; das ist ein Minus von zwei Prozentpunkten. Der ARD-Deutschlandtrend verzeichnet auf Grundlage einer Umfrage von Infratest dimap den gleichen Wert für die Grünen - ihr schlechtester in der laufenden Legislaturperiode. Bei der Wahl 2009 kamen sie auf 10,7 Prozent.

Politologe: Grüne vernachlässigen Kernthemen

Politikwissenschaftler überrascht dieses Abrutschen indes kaum. "Alles unter 15% ist für die Grünen eigentlich ein realistischer Wert", sagte Gero Neugebauer von der Freien Universität Berlin im Gespräch mit t-online.

Er erkennt bei der Ökopartei allerdings auch ein gravierendes Versäumnis: "Die Grünen vernachlässigen ihre Kernkompetenzen Umwelt und Klimawandel." Deshalb könnten sie ihre Wählerschaft offensichtlich schlecht mobilisieren.

Die Diskussion um den "Veggie Day" spielt nach Meinung des Parteienforschers keine große Rolle. "Das irritiert Grünen-Anhänger sicher nicht", meinte Neugebauer. Hingegen habe die Debatte um Pädophilie in der Anfangszeit der Grünen möglicherweise unentschlossene Wähler verschreckt.

Ungeachtet der Gründe - für SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück sind die Grünen zum Problem geworden. Seinem Ziel, eine eigene rot-grüne Mehrheit zu erreichen, ist er keinen Schritt näher gekommen. Im Gegenteil.

Schwarz-Gelb bleibt vorn

Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, wäre Schwarz-Gelb nach dem Politbarometer weiterhin knapp vorn. CDU und CSU kommen unverändert auf 41 Prozent, die FDP bleibt bei sechs Prozent. Auch die SPD verharrt trotz des TV-Duells auf dem Wert der Vorwoche: 26 Prozent. Einzig die Linke legt um einen Punkt auf acht Prozent zu.

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Damit hätte weiterhin eine Koalition aus Union und FDP mit 47 Prozent eine knappe rechnerische Mehrheit, die allerdings schon aufgrund des statistischen Fehlerbereichs sehr unsicher ist. Rot-Grün ist mit 36 Prozent deutlich von einer eigenen parlamentarischen Mehrheit entfernt. Auch mit den Linken zusammen würde es nicht reichen.

Der Deutschlandtrend sieht die SPD durch ein leichtes Plus um einen Punkt bei 27 Prozent, was ebenfalls nicht reicht. Die Union kommt wie in der Vorwoche auf 41, die FDP auf fünf Prozent. Die Linke bleibt unverändert bei acht, die Alternative für Deutschland bei drei Prozent. Schwarz-Gelb erhielte demnach 46 Prozent - auf SPD, Grüne und Linke zusammen entfielen 45 Prozent.

Umsonst gebaut?

Ein weiteres Problem von Steinbrück: Im Vergleich zur Vorwoche ist auch die Zahl der Unentschlossenen gestiegen. Auf die baut der SPD-Kandidat eigentlich; sie wollte er auch über die Duelle mit Merkel im Fernsehen und danach im Bundestag sukzessive auf seine Seite ziehen.

Aber: Laut Politbarometer sind jetzt 59 Prozent der Wähler noch nicht sicher, wen sie wählen wollen. In der Vorwoche waren es noch 54 Prozent. Ein Großteil der vorhandenen Unsicherheit bezieht sich den Angaben zufolge allerdings auf "koalitionstaktische Überlegungen". Und Steinbrück verbaut sich eine Machtoption, indem er sich vehement gegen eine Große Koalition ausspricht. Die SPD wäre wieder Juniorpartner der CDU, aber zumindest an der Regierung beteiligt.

Auch in der Kanzler-Frage ist der Abstand zwischen der CDU-Vorsitzenden, Kanzlerin Angela Merkel, und SPD-Herausforderer Peer Steinbrück unverändert groß. Bei der Frage, wen die Deutschen nach der Bundestagswahl lieber als Kanzler hätten, liegt Merkel auch nach dem TV-Duell mit 59 Prozent (minus eins) klar vor Steinbrück mit 30 Prozent (ebenfalls minus eins).

Dieses Bild bestätigt der Deutschlandtrend - aber mit geringerem Abstand. Wenn die Deutschen die Kanzlerin oder den Kanzler direkt wählen könnten, würden sich unverändert 54 Prozent für Merkel entscheiden. Steinbrück legte um sechs Punkte auf 34 Prozent zu. Bei den SPD-Anhängern gewann Steinbrück 14 Punkte auf 79 Prozent hinzu.

Ein kleines Plus

Zulegen konnte Steinbrück bei den persönlichen Werten im Politbarometer-Ranking der Spitzenpolitiker. Hier führt Merkel zwar weiter die Liste an, sie erreicht auf der Skala von +5 bis -5 einen Durchschnittswert von 2,4 (zuvor 2,0), Steinbrück konnte sich jedoch auf 0,9 verbessern (zuvor 0,3). Aber das allein reicht nicht, um eine Wahl zu gewinnen.

06.09.2013, 12:07 Uhr | t-online.de, dpa

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