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Bundestagswahl 2013: Gabriel wittert "Schmutzkampagne" gegen Steinbrück wegen Putzfrau

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SPD-Kandidat erpresst

Gabriel wittert "Schmutzkampagne" gegen Steinbrück

07.09.2013, 14:50 Uhr | dpa, rtr

Ein unbekannter Erpresser will Steinbrück zum Rückzug zwingen (Quelle: dpa)

Ein unbekannter Erpresser will Steinbrück zum Rückzug zwingen (Quelle: dpa)

SPD-Chef Sigmar Gabriel hat den Erpressungsversuch gegen SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück wegen einer angeblich schwarz beschäftigten Putzfrau als "Schmutzkampagne" angeprangert. "Dieser Erpressungsversuch ist bisher der absolute Tiefpunkt in diesem Wahlkampf", sagte er der "Bild am Sonntag".

Zuvor hatte das Blatt berichtet, ein Unbekannter drohe der Familie Steinbrücks mit Enthüllungen über eine angeblich vor 14 Jahren illegal beschäftigte Putzfrau und fordere bis zum 10. September den Rückzug von seiner Kandidatur.

SPD-Kandidat ist empört

"Eine 14 Jahre alte Geschichte, mit der Peer Steinbrück nichts zu tun hatte, 14 Tage vor der Wahl hoch zu ziehen, ist wirklich schmutziger Wahlkampf", sagte Gabriel. Er hoffe sehr, dass die Verantwortlichen für diese Schmutzkampagne dingfest gemacht und vor Gericht gestellt würden. Die ganze SPD stehe hinter Steinbrück und seiner Familie. Er fügte hinzu: "Peer Steinbrück ist nicht erpressbar."

Steinbrück zeigte sich empört über den Erpressungsversuch. Er habe Anzeige erstattet, da es sich um einen strafrechtlich relevanten Vorgang handle, sagte der SPD-Kanzlerkandidat nach einer Wahlkampfveranstaltung in Erfurt. Was er bislang im Wahlkampf erlebt habe, gehe weit über das hinaus, was akzeptabel sei. "Dass dazu ein Erpressungsversuch gehört, ist jenseits meiner Vorstellungskraft gewesen." "Die Staatsanwaltschaft Bonn und die Bonner Polizei ermitteln wegen des Verdachts der Nötigung gegen unbekannt", sagte ein Sprecher der Polizei.

Brief an Steinbrücks Frau

Der "Bild-Zeitung" zufolge schrieb der Erpresser in einem Brief an Steinbrücks Frau Gertrud, er habe erfahren, dass die Steinbrücks "für eine begrenzte Zeit" eine Philippinerin schwarz beschäftigt hätten, die sich zum damaligen Zeitpunkt illegal in Deutschland aufgehalten habe.

Gertrud Steinbrück habe der Zeitung geschildert, Steinbrücks Mutter habe der Familie nach ihrem Umzug 1999 von Kiel nach Bonn "zum Einzug geschenkt, dass ihre Putzhilfe für ein halbes Jahr einmal in der Woche bei uns sauber machen soll". Dabei habe es sich um eine Philippinerin gehandelt, die mit einem Gärtner der philippinischen Botschaft verheiratet und dort auch versichert gewesen sei.

Die Zeitung zitierte Gertrud Steinbrück mit den Worten: "Ich zahlte sie für die bei mir abgeleisteten Stunden aus und rechnete das jeweils mit meiner Mutter ab." Nach Ablauf des halben Jahres habe Gertrud Steinbrück der Frau einen Arbeitsvertrag angeboten, schrieb die Zeitung weiter. Das habe die Frau aber abgelehnt, weil ihr Mann beim Botschaftsumzug nach Berlin seinen Job verloren und die Familie damit den Aufenthaltsstatus verloren habe.

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Deshalb habe sie nur schwarz arbeiten können. Gertrud Steinbrück sagte dem Blatt, sie habe ihr sagen müssen, "dass ich sie natürlich nicht schwarz beschäftigen kann". Der Erpressungsversuch sei infam und mache sie fassungslos, sagte Gertrud Steinbrück der Zeitung.

07.09.2013, 14:50 Uhr | dpa, rtr

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