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Peer Steinbrück hellwach in ARD-Wahlarena: "Steinbrück kann das"

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Auftritt in der "Wahlarena"

Steinbrück hellwach und souverän

12.09.2013, 14:53 Uhr | uwe, agr

Bundestagswahl 2013, Peer Steinbrück (Quelle: dpa)

Klare Antworten auf die Fragen der Wähler - für Kanzlerkandidat Peer Steinbrück kein Problem (Quelle: dpa)

Peer Steinbrück geriet - im Gegensatz zu Kanzlerin Angela Merkel - in der ARD-Wahlarena nicht ins Schwitzen. Im Gegenteil: Der SPD-Mann legte einen souveränen Auftritt hin. Mit klaren, sachlichen Antworten ging er auf die Fragen der Zuschauer ein, präsentierte knapp und nüchtern, aber eben auch selbstbewusst die Grundsätze seiner Politik. Ein Energiebündel, das mit Sachkompetenz und persönlichen Anekdoten punkten konnte.

Das Publikum merkt schnell, dass sich Steinbrück nicht so rasch verunsichern lässt: Ob Leiharbeit, Steuern, Arbeitsmarkt, Finanzmärkte, Gesundheit oder Euro - zu jedem Themenkomplex hatte der Herausforderer klare Konzepte.

Überraschendes Thema Geisterfahrer

Lediglich bei der Einstiegsfrage war Steinbrück beinahe sprachlos: Was er denn gegen Geisterfahrer unternehmen werde, falls er an die Macht komme, wollte der erste Fragesteller wissen. Steinbrück zeigte sich überrascht, versprach aber, die bundesweite Einführung eines Pilotversuchs in Bayern zu prüfen, wo Falschfahrer an Autobahnauffahrten gewarnt werden.

Die Wähler stellten in der ARD-Sendung erwartungsgemäß die Fragen, die ihnen am meisten unter den Nägeln brennen: Der Unternehmer zur Gewerbesteuer, der Arzt zur Bürgerversicherung. Doch zum Hindernis gerieten die Moderatoren: Jedes Mal, wenn man das Gefühl hatte, jetzt könnte noch einmal eine Nachfrage kommen, die wehtut, würgten sie den Fragesteller ab und gingen zum nächsten über.

"Wollen Sie sich das wirklich antun?"

So wurde der SPD-Kanzlerkandidat kaum einmal aus der Reserve gelockt. Am ehesten schaffte das noch eine 55-jährige, geschiedene kaufmännische Angestellte, die mal eben ganz dreist fragte: "Bundeskanzler - wollen Sie sich das wirklich noch antun? Sie gehen ja dann auf die 70 zu". "Schauen Sie mich an", witzelte der 66-Jährige und ging in Siegerpose. Ein Lacher ging durchs Studio. Die Botschaft "Steinbrück kann das" war angekommen.

Gekonnt grinste Steinbrück damit weg, dass das Rentenalter auf 67 Jahre angehoben wurde, die 55-Jährige aber moniert hatte, dass man als älterer Arbeitnehmer kaum noch einen Job fände. Das Argument Steinbrücks, dass Ältere mittlerweile wesentlich fitter und tatkräftiger seien als Gleichaltrige der Generation seiner Eltern, wird der Dame da wenig Trost spenden.

Der Fall Monheim

Typisch war eine Frage zur Gewerbesteuer: Ein Mittelständler meinte, die Lösung aller Probleme gefunden zu haben und bringt als Beispiel die Kleinstadt Monheim. Der Bürgermeister habe die Steuern gesenkt und damit Unternehmen angelockt, jetzt stehe die Stadt ohne Schulden da. Doch Steinbrück kannte den Fall - und konterte die rhetorische Frage gnadenlos aus.

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Der Bürgermeister habe mit sehr viel Geld Betriebe aus der Region abgeworben, so Steinbrück. Er wolle aber, dass es nicht nur Monheim gutgehe, sondern allen Kommunen. Das leuchtete jedem ein - klarer Punkt für Steinbrück.

"Das Wir in den Mittelpunkt stellen"

Ein Mann, der von sich selbst sagte, "er gehöre zur Gruppe der Besserverdiener", fand es ungerecht, dass er sich durch Steinbrücks Steuerpläne stärker am Gemeinwohl beteiligen soll. Doch damit kam er bei dem SPD-Kandidaten nicht durch. Steinbrück rechnet vor: Als verheirateter Mann müsse er mindesten 200.000 Euro verdienen, um von den Steuererhöhungen betroffen zu sein - so viel Geld dürften wohl die Wenigsten nach Hause tragen.

Mit den Steuererhöhungen wolle er "wieder stärker das Wir und weniger die Ellenbogen in die Mitte der Politik" stellen. Das Geld solle dann in Bildung, Infrastruktur, Kommunen und den Schuldenabbau investiert werden. Peng, das saß. Der reiche Anwalt schwieg.

Steinbrück verzichtete auf Floskeln

Auffällig war, wie sehr sich Steinbrücks von Merkel unterschied. Die Kanzlerin war am Montagabend in der Arena zu Gast. Immer wieder wich sie auf konkrete Fragen schwammig aus. Als es etwa darum ging, ob gleichgeschlechtliche Paare Kinder adoptieren dürften, kam sie mit nichtssagenden Floskeln daher. Viele Menschen, nicht nur Homosexuelle, wollen sich so nicht mehr abspeisen lassen.

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Floskeln und Ausweichmanöver waren dagegen Steinbrück völlig fremd. Er liebte es, Argumente austauschen, konstruktiv zu streiten, andere zu überzeugen. Nur manchmal rutschten ihm ein paar schwer verständliche Begriffe raus.

Ein Beispiel: "Wir sind gegen sachgrundlose Befristungen, damit es zu unbefristeten Verträgen kommt", erklärte Steinbrück beim Thema Arbeitsverträge und dem Problem, dass die Anzahl der normalem Beschäftigungsverhältnisse immer stärker abnimmt. Im sozialen Netzwerk Twitter wurden die "sachgrundlosen Befristungen" schnell zum geflügelten Ausdruck, über den sich die Community mokierte.

Durchs Studio getigert

Auffällig bei Steinbrücks Auftritt war auch, dass er nicht angewurzelt an seinem Tisch stehen blieb, sondern den gesamten Raum nutzte und umher wanderte, um auch alle Zuschauer anzusprechen. Da verschanzte sich der SPD-Mann nicht, sondern demonstrierte Beweglichkeit und Aktivität.

Doch das kam nicht bei allen Zuschauern gut an: Auf Twitter ärgerten sich einige Menschen darüber, dass Steinbrück damit - zwangsläufig - manchmal dem Fragesteller den Rücken zudrehte.

Bierzapfen statt Ehering als Pfand geben

Und dann war da noch die Bierwette: Steinbrück sollte einem Zuschauer ein Pfand für den Fall geben, dass er seine Zusagen bei einem Wahlsieg nicht einlösen sollte. Seinen Ehering könne er nicht hergeben, sagte Steinbrück. Das gäbe Ärger mit seiner Frau.

Am Ende kam er glimpflich davon: Werden Versprechen gebrochen, soll er für den Zuschauer aus Bayern ein paar Pils zapfen. "Das ist die leichteste Übung", meinte Steinbrück, der ein großer Freund eines gepflegten Bieres ist.

12.09.2013, 14:53 Uhr | uwe, agr

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