CDU zittert vor Seehofer-Sieg
Bayern-Wahl könnte für Merkel zum Problem im Wahlendspurt werden14.09.2013, 11:10 Uhr | dpa, t-online.de
Angela Merkel blickt beunruhigt, während Horst Seehofer optimistisch auf die bayerischen Landtagswahlen vorausblickt. (Quelle: dpa)
Eine Woche vor der Bundestagswahl sorgt die Bayern-Wahl bei der Bundes-CDU für erhöhtes Herzklopfen. Schließlich könnte der Ausgang der Wahl im Freistaat für ein Wimpernschlag-Finale am 22. September sorgen. Schafft Horst Seehofer mit der CSU die absolute Mehrheit und scheitert die FDP auf Landesebene an der Fünf-Prozent-Hürde, könnte dies zum herben Dämpfer für die CDU im Wahlendspurt werden.
In Bayern sind am Sonntag 9,5 Millionen Bürger zur Wahl eines neuen Landtags aufgerufen. Fünf Jahre nach dem Verlust ihrer jahrzehnte- langen Alleinregierung kann sich die CSU von Ministerpräsident Seehofer laut Umfragen Hoffnungen machen, in Zukunft wieder alleine zu regieren.
Bei der Landtagswahl 2008 war die CSU auf 43,4 Prozent der Stimmen abgestürzt. Sie regiert seitdem mit der FDP. Seehofer gab als Wahlziel eine Fortsetzung der Koalition aus. In den Umfragen der vergangenen Wochen rangierten die Christsozialen bei Werten, die ihnen sogar eine absolute Mehrheit der Sitze bringen würden. Die FDP hingegen muss nach ihrem Rekordwert von acht Prozent vor fünf Jahren diesmal um den Wiedereinzug ins Maximilianeum zittern.
Auf Bundesebene blicken alle Parteien deshalb Richtung Süden. Von der Landtagswahl erhoffen sie sich vor allem Rückenwind. Der CDU könnten die Ergebnisse allerdings als kalter Wind direkt ins Gesicht blasen. Denn: Schafft die FDP nicht den Sprung in den Landtag, fürchtet die Union im Bund eine Zweitstimmenkampagne der Freidemokraten zu Ungunsten von CDU und CSU in der letzten Wahlkampfwoche. "Dann wird es eine Woche lang ein Trommelfeuer der Liberalen für die Zweitstimmen geben", zitiert die "Süddeutsche-Zeitung" einen Merkel-Stellvertreter.
Die Sorgen innerhalb der CDU-Parteiführung sind nicht unbegründet. Zuletzt präsentierte die FDP ein Großplakat, welches Spitzenkandidat Rainer Brüderle mit der Aufforderung "Zweitstimme FDP" zeigt. Zudem unterstützte erst am Wochenende Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl Brüderle im Wahlkampf in Ludwigshafen. Der FDP winkt bei einem Scheitern in Bayern ein Stimmenzuwachs im Bund. "Mitleidseffekt", beziehungsweise "Mobilisierungseffekt" nennen das die Demoskopen.
Bei der CDU droht genau das Gegenteil. Denn kommt es zu einer absoluten CSU-Mehrheit in Bayern, würde dies Unionswähler im Glauben lassen, dass die Wahl am 22. September schon zugunsten der CDU gewonnen sei. Zuletzt warnte das Institut für Demoskopie Allensbach, dass CDU-Wähler derzeit "einzuschlafen" drohten. Ein Scheitern der FDP bei der Bayern-Wahl könnte deshalb die Gewichte in der Koalition dramatisch zugunsten der Freidemokraten verschieben.
Es sieht nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen aus: In den jüngsten Umfragen liegen mal CDU und FDP, mal das Oppositionslager aus SPD, Grünen und Linken einen Prozentpunkt vorn. Die CDU kommt als stärkste Partei auf 39 bis 40 Prozent, die Freidemokraten auf 5 bis 6. Die SPD schwankt zwischen 25 und 28 Prozent, die Grünen als ihr Wunsch-Koalitionspartner zwischen 9 und 11. Die Linke erreicht in den Umfragen zur Zeit 8 bis 11 Prozent.
14.09.2013, 11:10 Uhr | dpa, t-online.de
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