Steinbrücks schlimmer Finger
Was die Wähler von der Geste halten14.09.2013, 18:58 Uhr | t-online.de, AFP
Zu Steinbrücks provokanter "Stinkefinger"-Geste im Magazin der „Süddeutschen Zeitung“ gehen die Meinungen erwartungsgemäß auseinander: Die einen – so Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) - nennen die Debatte hysterisch.
"Die Aufregung und die inszenierte Empörung sind Teil des Wahlkampfs", sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Samstag.
Andere, wie der Politikberater Michael Spreng halten die Geste für einen folgenschweren Fehler. "Das ist mir unbegreiflich, und ich glaube, das schadet ihm", so Spreng zur "Mitteldeutschen Zeitung" aus Halle.
Der Wahlkampfmanager von Unionskanzlerkandidat Edmund Stoiber (CSU) im Jahr 2002 betonte: "Fotos wirken mehr als tausend Worte." Das Foto wirke allein, "und allein wirkt es anstößig".
Was aber denken die Wähler? Auch auf t-online.de hatten die User den Fall kontrovers diskutiert. Forsa hat jetzt die dazugehörigen Zahlen in einer Umfrage für den Sender RTL ermittelt: Demnach finden 62 Prozent der Befragten Steinbrücks Geste nicht gut. Nur 30 Prozent äußerten sich positiv darüber.
Jeder zweite ging davon aus, dass das Zeigen des "Stinkefingers" der SPD in der Endphase des Wahlkampfs schaden werde. Nur acht Prozent glaubten, dass die Geste Steinbrück nutzt.
Besonders schlecht kam das Foto bei den Frauen an, hier äußerten sich 70 Prozent der Befragten negativ. Bei den Männern waren es 54 Prozent. Thierse findet die Debatte ungerecht: Mit dem Stinkefinger habe Steinbrück keineswegs eine Grenze überschritten. Schließlich sei er aufgefordert worden, satirisch zugespitzt mit einer Grimasse zu antworten, und habe niemanden persönlich attackiert.
Auf der Titelseite des am Freitag erschienenen Magazins der "Süddeutschen Zeitung" war Steinbrück mit ausgestrecktem Mittelfinger zu sehen. Das Foto entstand im Rahmen einer Serie, in der allein mit Gesten und Mimik auf Fragen geantwortet wird.
Steinbrück war in Anspielung auf den holprigen Start seines Wahlkampfs gefragt worden: "Pannen-Peer, Problem-Peer, Peerlusconi - um nette Spitznamen müssen Sie sich keine Sorgen machen, oder?" Daraufhin zeigte er den sogenannten Stinkefinger.
Auch an der Spitze der Piratenpartei stößt die Geste auf Kritik. "Ich finde es stillos, auch wenn ich nicht auf unbedingte Einhaltung von Regeln oder Etikette achte", sagte Piraten-Chef Bernd Schlömer am Samstag. "Es gibt andere Wege, Dinge auszudrücken."
Ob die Geste indes noch wirklich viel Schaden anrichtet, ist unklar: Die Chefs der großen Meinungsforschungsinstitute Forsa und Emnid geben Peer Steinbrück (SPD) ohnehin kaum noch Chancen auf das Kanzleramt. Möglicherweise wird der Finger ja dafür sorgen, dass man den Kandidaten als nicht ganz so steif in Erinnerung behält.
14.09.2013, 18:58 Uhr | t-online.de, AFP
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