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FDP nach Bundestagswahl 2013: Treten Rainer Brüderle und Rösler zurück?

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Rösler und Brüderle deuten Rücktritt an  

"Ist ja ein Totentanz hier": Die FDP stirbt leise

23.09.2013, 10:35 Uhr | Lukas Martin, t-online.de

FDP nach Bundestagswahl 2013: Treten Rainer Brüderle und Rösler zurück?. Schock bei der FDP: Rösler und Brüderle deuten ihren Rücktritt an. (Quelle: dpa)

Schock bei der FDP: Rösler und Brüderle deuten ihren Rücktritt an. (Quelle: dpa)

Um 17.57 Uhr stellen sich bei der FDP-Wahlkampfveranstaltung jugendliche Liberale Arm in Arm vor den Kameras auf. Als die Katastrophe um Punkt 18 Uhr über den Bildschirm flimmert, zucken die Blitze der Fotografen – von den anwesenden FDP-Anhängern kommt keine Reaktion, die Stille ist gespenstisch. So also sieht die Stunde Null der Liberalen aus. Der vorläufige Untergang kommt ohne Tränen. Brüderle und Rösler stellen indirekt ihre Posten zur Disposition.

Die FDP ist zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg nicht im Deutschen Bundestag vertreten. Doch viele hatten es geahnt. Schon vor 18 Uhr waberten Gerüchte über die Prognose durch den Saal im Berliner Congress Centrum am Alexanderplatz. "4,5 oder 4,8 Prozent" flüsterten sich die Anhänger der Partei zu.

"Wir haben die Umfragen nicht so ganz ernst genommen"

Trotzdem saß bei vielen der Schock ganz tief. "Wir haben die Umfragen nicht so ganz ernst genommen", sagt ein langjähriger FDP-Wähler, "es war so oft knapp, aber es hat noch jedes Mal gereicht." Doch dieses Mal hat die Leihstimmenwerbung, die nach dem schlechten Ergebnis bei der Bayernwahl sogar panisch wirkte, nicht gezogen.

Zweitstimmenkampagne ging nach hinten los

Lasse Becker, der Vorsitzende der Jungen Liberalen, wird deutlich: "Ich glaube, dass die Kampagne um Zweitstimmern die Wähler eher verschreckt hat", sagt er zu t-online.de. Er habe das schon im Wahlkampf gespürt und intern auch kritisiert, sagt er, offenbar mit Wut im Bauch, "ich bin damit aber natürlich nicht an die Öffentlichkeit gegangen, man zerfleischt sich ja nicht im Wahlkampf."

Rösler und Brüderle deuten ihren Rücktritt an

Als die FDP-Granden auf die Bühne treten, versammelt sich der im Raum verstreute Haufen der Anhänger noch einmal. "Das ist eine schwere Stunde für die FDP. Als Spitzenkandidat übernehme ich dafür Verantwortung", sagt Fraktionschef Rainer Brüderle. Der Applaus nimmt nur langsam Fahrt auf, am Ende klingt er tapfer, die FDP-Mitglieder machen sich selbst Mut.

Philipp Rösler tritt danach ans Pult: "Es ist die bitterste, die traurigste Stunde in der Geschichte der Freien Demokratischen Partei." Beide stellen indirekt ihre Posten zur Disposition – für die Anwesenden ist der Schluss klar: "Jeder weiß, dass Christian Lindner der neue starke Mann wird. Rösler war nicht schlecht, aber er ist kein Mann der ein Team führen kann", sagt ein Parteimitglied, das nach dem langen Wahlkampf jetzt müde ist: "Es ist schon bitter, aber am Ende ist die Partei auch selbst schuld."

Westerwelle bleibt stumm

"Und der Westerwelle hat kein Wort gesagt?" Nachdem die Führungsspitze im Laufschritt wieder hinter der Bühne verschwindet, sind die meisten irritiert – keine Interviews, keine Statements, die Noch-Regierungsmitglieder flüchten.

"Ist das ein Totentanz hier", beschwert sich Detlef Parr, der Chef der Bundesliberalen Senioren – man hat nicht einmal den Ton der Fernsehübertragung eingeschaltet. "Das heute ist für uns der Super-Gau, wir brauchen jetzt alle Kräfte, um die FDP neu zu erfinden."

Hoffnungsträger Christian Lindner

Auch Parrs Hoffnungsträger heißt Christian Lindner. Der 34-jährige Ex-Generalsekretär brachte im Vorjahr die FDP bei der NRW-Wahl von 2 Prozent in den Umfragen mit 8,6 Prozent in den Landtag. Nun muss der die Partei auf Bundesebene neu organisieren – aus der außerparlamentarischen Opposition heraus. Noch-Parteichef Rösler rauscht in seiner Limousine davon – die Frage nach seinem Rücktritt beantwortet er nicht.

Die zurückgebliebenen Anhänger im Congress Center wünschen sich, dass doch wenigstens ein Wunsch heute Abend noch in Erfüllung gehen möge: "Wenn wir es nicht schaffen, dann soll wenigstens die AfD auch an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern", ist zu hören.

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