Sie sind hier: Home > Nachrichten > Bundestagswahl 2017 >

Bundestagswahlen 2017: Wahlleiter auf mögliche Hacker-Angriffe vorbereitet

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Bedrohen Hacker die Bundestagswahl?  

"Haben uns auf mögliche Angriffe vorbereitet"

13.08.2017, 16:56 Uhr | dpa

Bundestagswahlen 2017: Wahlleiter auf mögliche Hacker-Angriffe vorbereitet. Bundeswahlleiter Dieter Sarreither (Quelle: dpa)

Dieter Sarreither wurde im Oktober 2015 zum Präsidenten des Statistischen Bundesamtes gewählt. In dieser Funktion ist er als Bundeswahlleiter auch für die Bundestagswahl zuständig. (Quelle: dpa)

Bundeswahlleiter Dieter Sarreither steckt mitten in der heißen Phase der Vorbereitungen für die Bundestagswahl am 24. September. Im Interview erklärt er, welche Gefahren von Hackern und gezielten Falschmeldungen ausgehen und wie wir uns schützen können.

Bis zur Abstimmung stehen allerdings noch umfangreiche Tests an, etwa für eine sichere Datenübermittlung bei Stromausfall. Dieter Sarreither ist als Präsident des Statistischen Bundesamtes auch Bundeswahlleiter. Der Mathematiker und Volkswirt stammt aus der Pfalz. Er arbeitet seit 1982 beim Statistischen Bundesamt, im Oktober 2015 wurde er zum Präsidenten der Behörde ernannt. Im Interview erläutert Sarreither, wie die Ergebnisse von den Wahllokalen in seine Behörde gelangen - und wie er persönlich den Wahlabend verbringen will.

In wenigen Wochen ist Bundestagswahl - wie weit sind Sie mit den Vorbereitungen und was steht noch an?

Wir sind im grünen Bereich. Inzwischen ist klar, dass 42 Parteien zur Wahl antreten wollen. Ab jetzt können in den Wahlkreisen die Stimmzettel gedruckt werden. Wir starten nun eine intensive Test- und Übungsphase und schauen uns unter anderem die Technologien für die Datenübermittlung von den Landeswahlleitern noch mal ganz genau an. Hier geht es darum, mögliche Risiken etwa durch Stromausfall zu erkennen und zu vermeiden. Außerdem haben wir unseren Internetauftritt überarbeitet, der auch die Anforderungen von Tablets und Smartphones erfüllt. Damit kann jeder am Wahlabend mobil auf das Ergebnis in seinem Wahlkreis schauen.

Könnte die Wahl von Computerhackern angegriffen werden?

Eine Attacke könnte die Veröffentlichung des vorläufigen Wahlergebnisses schlimmstenfalls verzögern. Die Ergebnisse aus den Wahllokalen werden in der Regel per Telefon an die Gemeinde und dann an den Kreiswahlleiter gemeldet. Weiter geht es zum Landeswahlleiter und schließlich zu uns über interne, verschlüsselte Verbindungen. Die geprüften Ergebnisse für jeden ausgezählten Wahlkreis veröffentlichen wir im Internet. Auch hier haben wir uns in Abstimmung mit dem Bundesamt für die Sicherheit der Informationstechnik auf mögliche Angriffe vorbereitet.

Bei der Wahl in Amerika standen die Sozialen Medien stark im Fokus. Wie sehen Sie dies für Deutschland?

Die Sozialen Medien zählen bei der Wahl 2017 zu den Herausforderungen. Auch hier besteht die Gefahr, dass Fake News im Wahlkampf auf die Wahlentscheidung wirken könnten. Politik und die Medien sollten Vorsorge treffen und Informationen sehr sorgfältig prüfen. Sollte die Wahl selbst Opfer von gezielt platzierten Falschinformationen im Netz werden, etwa dass die Wahllokale angeblich schon um 16.00 Uhr schließen, dann reagieren wir über alle uns zur Verfügung stehenden Kanäle, auch über unseren zertifizierten Twitteraccount.

Bei der US-Wahl hatte es Hinweise gegeben, wonach eingesetzte Wahlautomaten anfällig für Hackerangriffe seien. Wie stehen Sie zu dieser Technologie?

Wahlautomaten sind für Deutschland ein Zukunftsprojekt, bei dem es sich lohnt, es weiterzuentwickeln. Dabei ist aber zu bedenken, dass die Technik die sehr strengen Wahlvorschriften erfüllen muss. Dazu gehört neben der Öffentlichkeit der Wahl, dass das Wahlgeheimnis gewahrt bleibt. Das Computersystem muss außerdem eine zuverlässige nachträgliche Kontrolle gewährleisten. Dies könnte etwa dadurch erreicht werden, dass der Wähler eine ausgedruckte Quittung erhält, die er dann in die Wahlurne wirft. Das Wichtigste ist jedoch, dass die Wähler dem System vertrauen.

Wie erlebt ein Bundeswahlleiter den Wahltag?

Ich bin am 24. September im Reichstagsgebäude in Berlin, wo wir ein eigenes Rechenzentrum aufgebaut haben. Ein wichtiger Termin ist am Vormittag, gemeinsam mit dem Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier ein Wahllokal zu besuchen und stellvertretend den ehrenamtlichen Wahlhelfern zu danken.

Und gegen Abend - steigt die Spannung?

Um 18.00 Uhr stehe ich wie alle anderen auch vorm Fernseher und schaue die Prognosen und Hochrechnungen an. Die Stunde des Wahlleiters kommt ja immer dann, wenn das Wahlergebnis eng wird. Ich bleibe natürlich wach und verkünde noch in der Nacht das vorläufige Ergebnis.

Eine Bundestagswahl ist großes Ereignis - was bedeutet dies für den Bundeswahlleiter?

Ich fühle mich verantwortlich für die Wahl als Basisakt eines demokratischen Rechtsstaates. Das ist für mich mehr als die technische Durchführung. Man spürt eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung.

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
News-Video des Tages


shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Prepaid-Aufladung
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • MagentaCLOUD
  • Homepages & Shops
  • De-Mail
  • Freemail
  • Mail & Cloud M
  • Sicherheitspaket
  • Hotspot
  • Telekom Fotoservice
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017