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Die Linke: Kampfansage gegen AfD und Rechts

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Die Linke und die Rechtspopulisten  

Kampfansage an die AfD

25.09.2017, 11:39 Uhr | Marc von Lüpke- t-online.de

Die Linke: Kampfansage gegen AfD und Rechts. Nach dem schlechten Abschneiden der Linkspartei versuchen die Bundesvorsitzenden Bernd Riexinger und Katja Kipping, ihren Parteimitgliedern Mut zu machen. (Quelle: dpa/Britta Pedersen)

Nach dem schlechten Abschneiden der Linkspartei versuchen die Bundesvorsitzenden Bernd Riexinger und Katja Kipping, ihren Parteimitgliedern Mut zu machen. (Quelle: Britta Pedersen/dpa)

Bislang war die Linke die stärkste Oppositionspartei, nun fällt sie auf den letzten Platz zurück. Auf ihrer Wahlparty sagt die Linkspartei der AfD den Kampf an.

"Scheiße" hallt es durch den Saal, Buhrufe werden laut. Auf der Wahlparty der Linken in Berlin-Treptow herrscht helle Empörung über das Rekordergebnis der AfD. Kurz zuvor war die Stimmung noch ausgelassener gewesen als die ersten Zahlen der Linken über die Leinwand auf der Bühne flimmerte. Mit 9 Prozent nach der letzten ARD-Hochrechnung hat die Partei ihr Ergebnis im Vergleich zur letzten Bundestagswahl sogar leicht verbessern können.

Aber eine Tatsache ist allen Anwesenden schmerzlich bewusst: Der Kampf ist verloren. Lange hat sich die Linke mit der AfD ein Rennen um den dritten Platz im Parlament geliefert. Nun ziehen die Rechtspopulisten als drittstärkste Kraft in den Bundestag ein. Mit voraussichtlich 13,2 Prozent sogar zweistellig. Ein Wahlziel, das die Linke selbst deutlich verfehlt hat. Sie ist von der Oppositionsführerin nach bisherigem Stand zur schwächsten Partei im Bundestag geschwunden nach AfD, FDP, Grünen und SPD. Diesen Schock merkt man den Anwesenden deutlich an. Die Parteivorsitzende Katja Kipping wirkt bei der Bekanntgabe der Wahlhochrechnungen konsterniert, die Enttäuschung ist ihr anzusehen.

"Ich werde bis zum letzten Tag dagegen kämpfen, dass eine rechtspopulistische Partei im Deutschen Bundestag sitzt", hatte der Spitzenkandidat der Linkspartei, Dietmar Bartsch, letzten Donnerstag noch im Interview mit t-online.de gesagt. Und zugleich pessimistisch eingeräumt: "Das wird vermutlich aber anders sein." Er hat Recht behalten.

Nach und nach kommt die Führungsspitze der Linkspartei auf die Bühne, um der Partei den Rücken zu stärken. Sarah Wagenknecht verspricht, der AfD in den kommenden Jahren "das Wasser abzugraben". Das Publikum bricht in Jubel aus bei diesen Worten. Eine dauerhafte Rechtsverschiebung in Deutschland? "Das wäre die Hölle", heizt Wagenknecht die Stimmung an. Einzelne Menschen aus dem Publikum halten Schilder mit Slogans gegen Rassismus in die Höhe.

"Das sind Rassisten"

Die Linke mag nicht mehr die dritte Kraft im Bundestag sein, als größte Protestpartei hat ihr die AfD den Rang abgelaufen.Trotzdem herrscht kämpferische Stimmung im Saal. Am Erfolg der Rechtspopulisten richten sich die Linken merklich auf. "Wer da alles in den Bundestag einzieht, das ist ein Skandal", sagt der Spitzenkandidat Dietmar Bartsch auf der Bühne. "Das sind Rassisten und sie werden weiterhin unsere Gegner bleiben." Wie zuvor seine Kollegin Wagenknecht erhält Bartsch tosenden Applaus und Zustimmungsrufe aus dem Publikum. Vor allem als er die seiner Meinung nach Schuldigen am Aufstieg der AfD benennt: " Die Große Koalition hat wesentlich den Weg bereitet."

"Ich sage ganz klar, dass die Linke zugelegt hat", ordnet Dietmar Bartsch gegenüber t-online.de das Wahlergebnis ein. "Wir haben das zweitbeste Ergebnis in der Parteigeschichte erzielt und das ist gut." Aber seine Stimmung sei natürlich durch das Ergebnis der AfD getrübt, betont der Spitzenkandidat – und ebenso durch das der FDP. "Wir haben mit diesem Wahlergebnis den ganz klaren Auftrag bekommen, die soziale Opposition in diesem Land zu bilden" bekräftigt Bartsch.

"Ich habe meinen Terminkalender voll."

Wenige Minuten nach Verkündung der ersten Wahlprognosen und ihres enttäuschenden Ergebnisses für die Linke, hat sich die Partei scheinbar bereits wieder gefangen. "Ab morgen kämpfen wir um andere gesellschaftliche Verhältnisse", verkündet Katja Kipping ihren Parteigenossen. Und auch ihr Kollege im Vorstandsamt, Bernd Riexinger pflichtet ihr kurze Zeit später bei: "Der soziale Nährboden muss den Rechten entzogen werden."

Die Linke hat den Wahlkampf verloren, fern jeder Regierungsverantwortung kann sie nun im Bund wieder tun, was sie seit Jahren durchaus erfolgreich praktiziert: Eine Protestpartei sein. Mit ihren Intimfeinden von der AfD hat sie die perfekte Reibungsfläche gefunden.

Der nächste Kampf naht bereits. "Am 14. Oktober ist Wahl in Niedersachsen", kündigt Dietmar Bartsch an. "Ich habe meinen Terminkalender voll."

Später hallen die Zeilen der Anti-Nazi-Hymne "Schrei nach Liebe" von der Kultband "Die Ärzte" durch den Saal. Die Menge im Saal skandiert begeistert mit. Die Linke hat den Kampf gegen die AfD aufgenommen.

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