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"Angst vor der AfD": Sigmar Gabriel schießt gegen SPD-Wahlkampf

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Parteiinterne Abrechnung  

Gabriel schießt gegen SPD-Wahlkampf

01.11.2017, 19:23 Uhr | js, AFP

"Angst vor der AfD": Sigmar Gabriel schießt gegen SPD-Wahlkampf. Sigmar Gabriel ließ Martin Schulz als Kandzlerkandidat den Vortritt. Jetzt kritisiert er den Wahlkampf. (Quelle: Paul Zinken, dpa)

Sigmar Gabriel ließ Martin Schulz als Kandzlerkandidat den Vortritt. Jetzt kritisiert er den Wahlkampf. (Quelle: Paul Zinken, dpa)

Sigmar Gabriel war selbst zu unbeliebt, um Kanzlerkandidat zu werden. Also ließ er Martin Schulz den Vortritt. Jetzt kritisiert er den SPD-Wahlkampf scharf.

Der ehemalige SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hat mit der Wahlkampfstrategie seiner Partei abgerechnet. Als zentralen Grund für die Niederlage bei der Bundestagswahl nannte Gabriel in einem Interview mit der "Zeit" die Fixierung auf das Thema soziale Gerechtigkeit. Damit widersprach er auch Kritik an seinem Vorgehen als Parteichef.

Die Sozialdemokraten hatten bei der Bundestagswahl am 24. September mit 20,5 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis seit Gründung der Bundesrepublik eingefahren. Gabriel hatte Anfang des Jahres den Parteivorsitz an Martin Schulz abgegeben, der die SPD dann als Kanzlerkandidat in den Wahlkampf führte. Der Grund: Umfragen zeigten, dass Gabriel selbst zu unbeliebt war.

"Nur eine Ausrede"

Der scheidende Außenminister übte in den am Mittwoch veröffentlichten Interviewauszügen zwar keine direkte Kritik an seinem Nachfolger, die Äußerungen lassen sich aber in diese Richtung verstehen.

Gabriel wirft seiner Partei vor, die wahren Gründe für die Niederlage zu verdrängen. "Die Behauptung, die späte Benennung des Kandidaten sei ein Fehler gewesen, ist aus meiner Sicht nur eine Ausrede, um sich mit den wirklichen Gründen für die Wahlniederlage nicht beschäftigen zu müssen", sagte er.

Damit weist Gabriel eine in der Partei sehr verbreitete Deutung zurück: Viele glauben, die Kampagne sei schlecht organisiert, unprofessionell geführt und nicht auf Schulz zugeschnitten gewesen, weil erst so spät bekannt war, wer antreten wird.

"Eine schwärende Wunde"

Schulz selbst soll während des Wahlkampfs immer wieder frustriert gewesen sein, dass sich Gabriel so sehr in den Vordergrund dränge.

Eine Fehlentscheidung sei der Wahlkampfslogan "Zeit für mehr Gerechtigkeit" gewesen. Dieser zeige "geradezu sinnbildlich, dass die SPD immer noch nach innen blickt, auf eine schwärende Wunde: die Sozialreformen der Agenda 2010 unter Gerhard Schröder", sagte der frühere Parteichef. "Das aber war nicht das Problem der Mehrheit der Wähler, sondern ein Problem der Innensicht der SPD."

Besonders kontrovers sind Gabriel Aussagen zur Haltung der SPD in der Flüchtlings- und Zuwanderungspolitik. Auch nach der Wahlniederlage trauten sich große Teile der SPD nicht, offen über das Thema Zuwanderung zu sprechen, sagte er. "Stattdessen werden irgendwelche Nebensächlichkeiten des Wahlkampfes diskutiert."

"Wo es die SPD gar nicht mehr gibt"

Es sei ein Fehler gewesen, die Sorgen der Menschen vor Zuwanderung nicht offen anzusprechen. Die SPD habe dies versäumt - aus "panischer Angst", damit der AfD zu nutzen.

Die Sozialdemokraten wollen als Konsequenz aus der Niederlage in die Opposition gehen. Gabriel ist als Außenminister noch geschäftsführend im Amt, bis eine neue Bundesregierung übernimmt. Danach ist er einfacher Bundestagsabgeordneter. Er kündigte an, seiner Partei künftig als "Wasserträger" dienen zu wollen. "Ich will versuchen, mit Patenschaften neue SPD-Ortsvereine dort zu gründen, wo es die SPD gar nicht mehr gibt. In Ostdeutschland etwa."

Die Sozialdemokraten diskutieren derzeit über eine inhaltliche, organisatorische und personelle Erneuerung. Bis zum Parteitag Anfang Dezember will Parteichef Schulz auf insgesamt acht Regionalkonferenzen mit der Basis in einen Dialog treten.

SPD-Vize Olaf Scholz hatte vergangene Woche ein Diskussionspapier vorgelegt, das als Kritik an Schulz gedeutet wurde. Wie nun Gabriel hatte Scholz die Sozialdemokraten aufgerufen, nicht länger "Ausflüchte" zu suchen, sondern sich den "strukturellen Problemen" ihrer Partei zu stellen.

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