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Immer mehr Deutsche kehren dem Land den Rücken

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Immer mehr Deutsche kehren dem Land den Rücken

06.07.2006, 12:27 Uhr | Thorsten Duin, t-online.de

Im vergangenen Jahr wanderten so viele Deutsche aus wie seit über 50 Jahren nicht mehr. Gleichzeitig zog es weniger ausländische Einwanderer nach Deutschland. Das gab das Statistische Bundesamt am Donnerstag bekannt. Migrationsforscher beobachten den Trend mit Sorge.

Ostdeutschland Weniger Schüler
Deutsche Keiner will so wenig Kinder

Weniger Ausländer kommen
Im Jahr 2005 zogen rund 579.000 Ausländer nach Deutschland, vier Prozent weniger als im Vorjahr. Zum ersten Mal seit der Wiedervereinigung unterschritt die Zuwanderung die 600.000-Personen-Marke. Rund 484.000 Ausländer verließen Deutschland, 12 Prozent weniger als 2004.


Vor allem Abwanderung aus Westdeutschland
Unter denen, die dem Land den Rücken kehrten, sind knapp 145.000 Deutsche. Nach Angaben der Statistiker ist das die höchste registrierte Abwanderung von Deutschen seit 1950. Ins Ausland zieht es dabei vor allem Deutsche aus den alten Bundesländern oder aus Berlin, nämlich 134.000. Aus den neuen Bundesländern kehrten nur 10.000 Deutsche ihrer Heimat den Rücken. Ziel der Auswanderer ist in erster Linie die USA, gefolgt von der Schweiz, Großbritannien, Österreich, Polen und Skandinavien.

"Vielleicht auch für immer"
Die Statistik der Wiesbadener Behörde gibt zwar keine Auskunft darüber, ob der Fortzug von Dauer oder nur befristet ist. Auch über die Motive der Auswanderer sagen die Zahlen nichts aus. Experten sind allerdings besorgt: "Die Zeitperspektive vieler deutscher Auswanderer ist zunehmend offen", sagt Klaus J. Bade, Migrationsforscher an der Uni Osnabrück, im Gespräch mit T-Online. "Immer mehr bleiben auf lange Zeit weg, vielleicht auch für immer."

Verhängnisvoller Trend
Triebfeder vieler Auswanderer sei die Arbeitsmarktsituation in Deutschland, erklärt Bade. Der Wissenschaftler warnt dabei vor einem verhängnisvollen Trend: Es gehen vor allem diejenigen, die sich nicht in das Schicksal von Hartz IV oder Ein-Euro-Job fügen wollen, sondern es selbst in die Hand nehmen. "Es sind die Starken die gehen, die Schwachen bleiben." Dahinter stecke der Gedanke: "Schlechter kann ich es nicht mehr treffen, da gehe ich lieber."

"Auf der Kippe zum Auswanderungsland"
Noch kommen zwar mehr Menschen nach Deutschland als auswandern. Der Trend ist allerdings rückläufig. "Wir sind an der Kippe zum Auswanderungsland", sagt Bade - mit verhängnisvollen Folgen für die Sozialsysteme. Um die Folgen von Überalterung und Bevölkerungsrückgang wenigstens etwas abfedern zu können, wäre pro Jahr eigentlich ein Wanderungsüberschuss von 150.000 Zuwanderern nötig, rechnet der Forscher vor. "Diese Feder scheint jetzt zu brechen."

Nur noch leichter Wanderungsüberschuss
Tatsächlich kamen im vergangenen Jahr 707.000 Menschen nach Deutschland, 628.000 verließen das Land. Das ergibt einen so genannten Wanderungsüberschuss von 79.000 Menschen. Den Anteil der staatlich steuerbaren Zuwanderung - also abzüglich Familiennachzug, Spätaussiedler oder Juden aus der GUS - taxiert Bade nur noch auf 10.000 bis 20.000 Personen. Dennoch warnt der Experte vor Hysterie: Allein in der Zeit von 1880 von 1893 wanderten 1,8 Millionen Deutsche nach Nordamerika aus.

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