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Joachim Gauck hat Mitleid mit Christian Wulff

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Joachim Gauck: "Mir tun die Wulffs leid"

18.03.2013, 12:57 Uhr | t-online.de, dapd

Joachim Gauck hat Mitleid mit Christian Wulff. Joachim Gauck hat das Drama um die Wulffs verfolgt - und hat nun Mitleid mit den beiden. (Quelle: imago)

Joachim Gauck hat das Drama um die Wulffs verfolgt - und hat nun Mitleid mit den beiden. (Quelle: imago)

Bundespräsident Joachim Gauck hat Mitleid mit seinem Vorgänger Christian Wulff und dessen Frau Bettina bekundet. Der "Bild"-Zeitung sagte Gauck, es gehöre zwar zur politischen Kultur in Deutschland, dass Politiker genau überprüft und hinterfragt werden. "Trotzdem bewegt mich das Schicksal von Christian Wulff und seiner Frau."

Er fügte hinzu: "Ich habe damals das junge Paar hier ins Schloss Bellevue einziehen sehen mit all ihren Hoffnungen, was sie vielleicht politisch bewegen könnten. Wenn ich dann heute sehe, was aus diesen Hoffnungen geworden ist, dann tut mir das menschlich leid." Nach dem Rücktritt von Wulff wegen einiger Skandale hat sich das Paar inzwischen getrennt.

Fazit seines ersten Jahres

Gauck ist an diesem Montag vor einem Jahr zum Staatsoberhaupt gewählt worden, jetzt zog er in der "Bild" ein Fazit.

Er habe den Schritt nie bereut und sei inzwischen im Amt angekommen, sagte Gauck. Zunächst habe er immer hinter sich geschaut, wenn jemand "Herr Bundespräsident" sagte - "bis ich merkte, die meinen mich."

"Ja, es gibt unangemessene Gehälter"

Auf die wachsende Ungleichheit in Deutschland angesprochen, zeigte Gauck viel Mitgefühl vor allem mit jungen Menschen in Arbeitslosigkeit oder prekären Jobs. Die Top-Manager klagte der Bundespräsident an, schränkte aber zugleich ein: "Ja, es gibt unangemessene Gehälter. Aber wenn wir uns allein daran festbeißen, vergeuden wir viel Energie, die anderswo sinnvoller eingesetzt werden könnte – zum Beispiel bei der Diskussion darüber, wie man auch hierzulande gerechtere Bildungs- und damit mehr Aufstiegschancen schafft.“

Auch die Politik kritisierte er für einen Mangel an Kommunikation. Sie müssen den Bürgern viel besser erklären, warum die Deutschen mit den anderen Europäern solidarisch sein sollten: "Das Wichtigste in der Politik ist, mit den Menschen zu reden. Das gilt für Regierungsmitglieder, Parlamentarier und natürlich auch für mich selbst. Politik, die hinter einem Vorhang aus Rhetorik die eigentlichen Härten und Schwierigkeiten, die zu erwarten sind, verbirgt, erzeugt auf Dauer Frust."

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