Äußerungen zu Türken
Kohls Sohn nennt Vater "kaltschnäuzig"10.08.2013, 10:57 Uhr | t-online.de
Wollte die "Zahl der Türken in Deutschland halbieren": Altkanzler Helmut Kohl (Quelle: dpa)
Peter Kohl, jüngerer Sohn von Ex-Kanzler Helmut Kohl, hat sich von den Aussagen seines Vaters über Türken in Deutschland distanziert. Statt dessen warb er laut "Süddeutscher Zeitung" (SZ) dafür, die Freundschaft zwischen Deutschen und Türken zu pflegen.
"Auch die CDU muss die heutigen Realitäten anerkennen, dass die Türkei einer der wichtigsten Zukunftspartner für Deutschland ist", sagte der Unternehmer, der seit Mai 2001 mit einer Türkin verheiratet ist.
Peter Kohl reagierte damit auf Veröffentlichungen aus Großbritannien. Dort waren vor wenigen Tagen 30 Jahre alte Akten aus dem Nationalarchiv veröffentlicht geworden. Darin wird ein Gespräch Helmut Kohls mit der damaligen britischen Premierministerin Margaret Thatcher geschildert, in dem der Kanzler sagt, er wolle die Zahl der Türken in Deutschland halbieren.
Kohl sagte demnach auch, Deutschland hätte kein Problem mit den Portugiesen oder Italienern, aber die Türken kämen "aus einer sehr andersartigen Kultur".
Kohl hatte diese Äußerungen kurz darauf nicht nur bestätigt, sondern sich auch weiterhin zu ihrem Inhalt bekannt. Dies kritisierte sein Sohn Peter Kohl.
1982, so Peter Kohl, sei diese die vorherrschende Einstellung in Deutschland gewesen. Heute jedoch dürften solche Äußerungen nicht unkommentiert stehen bleiben, "ansonsten wirkt es kaltschnäuzig".
"Viele Türken fühlen sich durch solche Äußerungen ausgegrenzt. Das verbittert sie", so Kohl. Dennoch sieht er die Rolle seines Vaters differenziert: Später habe der den Beitrag der Türken für den Aufbau Deutschlands durchaus zu würdigen gewusst.
Außerdem sei Helmut Kohl von allen Kanzlern derjenige, der sich am besten mit der langen Geschichte der deutsch-türkischen Beziehungen auskenne. Dafür könnte es auch private Gründe geben: Peter Kohl hatte während des Studiums in den USA seine heutige Ehefrau Elif Sözen kennengelernt. Mit ihr habe sich sein Vater früher viel über die Türkei unterhalten, sagte Peter Kohl.
Zu Beginn von Helmut Kohls Kanzlerschaft beschloss die Bundesregierung im Jahr 1983 das sogenannte Rückkehrhilfegesetz. Türken konnten Prämien bekommen, wenn sie in ihr Geburtsland zurückkehrten. Dass Deutschland ein Einwanderungsland sein könnte, in dem Türken dauerhaft heimisch werden würden, war damals für viele Politiker nicht vorstellbar.
10.08.2013, 10:57 Uhr | t-online.de
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