Grass gegen Lafontaine
"Schmieriger Verrat"13.08.2013, 12:19 Uhr | t-online.de
Da haben sie sich noch besser verstanden: Günter Grass und Oskar Lafontaine 1987 (Quelle: Sven Simon/imago)
Linker Schriftsteller geht auf linken Politiker los: Der bekennende SPD-Unterstützer Günter Grass hat mit dem früheren SPD- und heutigen Linken-Politiker Oskar Lafontaine abgerechnet. In der Geschichte der SPD habe es "keinen schmierigeren Verrat" gegeben, wird Grass von der "Süddeutschen Zeitung" zitiert.
Es geht dabei um die Vorgänge von vor 14 Jahren. Nur wenige Monate nach dem historischen rot-grünen Wahlsieg 1998 warf Oskar Lafontaine im März 1999 seine Ämter als Finanzminister und SPD-Chef hin wegen grundsätzlicher Differenzen mit dem damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder. Sechs Jahre später verließ Lafontaine schließlich die SPD, schloss sich der neuen linken Gruppierung WASG an und forcierte die Zusammenarbeit und später die Fusion mit der PDS. Daraus wurde schließlich die Partei "Die Linke", deren Chef Lafontaine bis 2010 blieb.
Aber warum meldet sich der Literatur-Nobelpreisträger ausgerechnet jetzt zu Wort? Anlass ist ein neues Buch zur aktuellen Lage der SPD mit dem Titel "Was würde Bebel dazu sagen?" (August Bebel ist der Begründer der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung in Deutschland, also sozusagen der Urvater der SPD.) Darin äußert sich Grass in einem Gespräch mit dem Publizisten Manfred Bissinger zu einem möglichen Bündnis von SPD und Linken - autorisierte Auszüge aus dem Gespräch durfte die SZ abdrucken.
Der Schriftsteller erklärt darin, es müsse eigentlich im Interesse von SPD und Linkspartei liegen sich anzunähern, um wieder eine Machtoption zu bekommen. Ein "Hemmnis auf dem Weg dorthin" sei aber Lafontaine. Er halte mit seiner "Verweigerungsstrategie" die Linke davon ab, Verantwortung zu übernehmen.
Zu Lafontaines spektakulärem Rücktritt als Finanzminister und SPD-Chef 1999 sagte Grass, der sinnigerweise im selben Jahr den Nobelpreis erhalten hatte, wörtlich: "Es gab in der Geschichte der sozialdemokratischen Partei keinen schmierigeren Verrat wie den von Oskar Lafontaine an seinen Genossen. Gleichzeitig alle Ämter niederzulegen, eine Wende um 180 Grad zu inszenieren, die eigene Partei in der Bild-Zeitung anzugreifen, dazu gehört eine Charakterlosigkeit ohnegleichen."
Der Angegriffene (69) giftete gegenüber der "Süddeutschen" umgehend zurück: Der 85-jährige Grass bekomme viele Dinge nicht mehr mit. Sonst müsste er wissen, dass er der SPD immer wieder angeboten habe, mit der Linken die Bundesregierung oder Länderregierungen zu bilden.
Lafontaine, der seit 2010 nur noch landespolitisch im Saarland aktiv ist, blies auch gleich zum Gegenangriff: "Seit bekannt ist, dass Grass Sozialdemokraten wie Karl Schiller bedrängt hat, ihre Nazivergangenheit offenzulegen, während er die eigene Zugehörigkeit zur Waffen-SS verschwieg, sollte er sich zu Charakterfragen besser nicht mehr äußern", sagte er ebenfalls in der SZ.
13.08.2013, 12:19 Uhr | t-online.de
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