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Maike Kohl-Richter: Die letzte Frau an der Seite von Helmut Kohl

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Maike Kohl-Richter  

Die letzte Frau an Kohls Seite

19.06.2017, 12:09 Uhr | Oliver von Riegen, dpa

Maike Kohl-Richter: Die letzte Frau an der Seite von Helmut Kohl . Maike Kohl-Richter war seit 2008 mit Helmut Kohl verheiratet. (Quelle: dpa/Fredrik von Erichsen)

Maike Kohl-Richter war seit 2008 mit Helmut Kohl verheiratet. (Quelle: Fredrik von Erichsen/dpa)

In Helmut Kohls letzten Stunden war sie bei ihm. Maike Kohl-Richter könnte locker die Tochter des früheren Bundeskanzlers sein, tatsächlich war sie seine zweite Ehefrau. Ihr Einfluss auf Kohl ist nicht unumstritten.

Maike Kohl-Richter war seit 2008 mit dem Altkanzler verheiratet. Die Ehe von Helmut Kohl mit seiner ersten Frau Hannelore, die unter Lichtallergie litt und sich 2001 das Leben nahm, dauerte 41 Jahre. Dann kam 2008 ein Sturz im Haus, bei dem Kohl ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitt. Noch in der Reha-Klinik gab sich das Paar das Ja-Wort.

"Der Unfall hat uns eher noch enger zusammengeschweißt", sagte Maike Kohl-Richter 2014 der "Welt am Sonntag" nach langem Schweigen. Sie betreute den Altkanzler, kümmerte sich auch um seine Texte, half ihm beim Schreiben. Aber ihr wurde auch von vielen vorgeworfen, den 34 Jahre älteren Helmut Kohl abzuschotten.

"Unsere familiären Kontakte wurden ab der Hochzeit immer mehr erschwert, bis sie irgendwann ganz unmöglich wurden", heißt es im Vorwort zur Neuauflage der Biografie "Hannelore Kohl - Ihr Leben", die der Sohn Peter Kohl und Dona Kujacinski verfasst haben.

Maike Kohl-Richter war seit 2008 mit Helmut Kohl verheiratet. (Quelle: dpa/Fredrik von Erichsen)Maike Kohl-Richter war seit 2008 mit Helmut Kohl verheiratet. (Quelle: Fredrik von Erichsen/dpa)

Beruflicher Kontakt zu Kohl

Maike Richter wurde 1964 in einem Dorf bei Freudenberg im Siegerland geboren. Sie wuchs in einem bürgerlichen, konservativen Elternhaus auf. Sie trat der Jungen Union bei, studierte Volkswirtschaft in München und nahm eine Arbeit an beim ifo-Institut für Wirtschaftsforschung.

Nach vier Jahren bekam sie eine feste Stelle im Kanzleramt, im Grundsatzreferat der Wirtschaftsabteilung, in Kohls Machtzentrum. Sie entwarf Reden und Grußworte, es kam zu persönlichen Begegnungen mit Kohl. In seinem Büro soll sie ihn einmal um eine Widmung in einem seiner Bücher gebeten haben. Aber "ich war kein Groupie", betonte sie in einem Interview der "Welt am Sonntag".

Nach der für Kohl verlorenen Bundestagswahl 1998 verließ Maike Richter das Kanzleramt und war für den CDU-Politiker Friedrich Merz, dann für das Bundeswirtschaftsministerium tätig. Es kam zu einem gemeinsamen Weihnachtsurlaub mit Kohl und Freunden 2004 in Sri Lanka. Im Jahr darauf wird die Beziehung mit einem Bericht in der "Bild"-Zeitung öffentlich. Nach dem Unfall Kohls gibt sie ihre Stelle im Ministerium auf. Die Heirat findet in der Kapelle des Reha-Zentrums in Heidelberg statt.

Maike Kohl-Richter begleitete den Altkanzler über den letzten Abschnitt seines Lebens. (Quelle: dpa/Uwe Anspach)Maike Kohl-Richter begleitete den Altkanzler über den letzten Abschnitt seines Lebens. (Quelle: Uwe Anspach/dpa)

"Vor allem sehr fürsorglich"

Einer, der Kohl-Richter schon lange kennt, nennt sie tough und blitzgescheit. Sie sei für Kohl nicht nur Helferin, sondern auch Lebenselixier gewesen. Die rheinland-pfälzische CDU-Landesvorsitzende Julia Klöckner beschrieb Kohls zweite Frau als gastfreundlich und aufgeschlossen. Sie sei "vor allem sehr fürsorglich". Der "Welt am Sonntag" sagte Kohl-Richter: "Ich bin geblieben, weil ich meinen Mann liebe."

Bei einem öffentlichen Auftritt wurde sie einmal in Hosenanzug und Schmuck von Hannelore Kohl fotografiert. "Das war sicher ein großer Fehler", sagte Kohls zweite Frau später dem "Stern". Kohl war bekannt dafür, dass er ein Elefantengedächtnis hatte und Verletzungen nicht vergaß. Gut möglich, dass seine Frau ihn in dieser Haltung noch bestärkt habe, meinen manche in der Union.

Nun wird es um seinen historischen Nachlass gehen. Akten und Unterlagen, die Kohl 1998 dem Archiv der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung überlassen hatte, ließ er 2010 wieder abholen. Das Bundesarchiv in Koblenz erhebt Anspruch zumindest auf die Unterlagen, die Kohl in seiner Eigenschaft als Kanzler betreffen. In seiner Partei geht man davon aus, dass sich die Adenauer-Stiftung mit dem Thema befassen wird. Für solche Fragen sei es aber noch zu früh, hieß es am Sonntag. 

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