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Erdogan sagt Preisverleihung in Bochum ab

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Erdogan sagt Preisverleihung in Bochum ab

17.03.2012, 08:51 Uhr | AFP, dpa

Erdogan sagt Preisverleihung in Bochum ab. Recep Tayyip Erdogan während seines letzten Besuchs im November 2011 in Deutschland. (Quelle: dapd)

Recep Tayyip Erdogan während seines letzten Besuchs im November 2011 in Deutschland (Quelle: dapd)

Der umstrittene türkische Premierminister Recep Tayyip Erdogan hat seinen für heute geplanten Besuch in Deutschland und die Teilnahme an der Verleihung des sogenannten "Steiger Awards" in Bochum kurzfristig abgesagt. Wie der Veranstalter der Preisverleihung am Freitag auf seiner Internetseite mitteilte, wurde die Absage mit dem Absturz eines türkischen Militärhubschraubers in Afghanistan begründet. Bei dem Unglück waren am Freitag waren 16 Menschen ums Leben gekommen.

Der Preis sollte ihm "für 50 Jahre deutsch-türkische Freundschaft stellvertretend für das türkische Volk" übergeben werden, wie die Veranstalter mitgeteilt hatten. Mit dem aus einer Privatinitiative entstandenen Preis sollen laut den Initiatoren Persönlichkeiten gewürdigt werden, "die sich durch Geradlinigkeit, Offenheit, Menschlichkeit und Toleranz auszeichnen".

Die geplante Auszeichnung Erdogans war heftig kritisiert worden. Gegen die Verleihung wollten nach Polizeiangaben ab Samstagmittag mehrere tausend Menschen in der Bochumer Innenstadt protestieren. Die Demonstrationen waren unter anderem von alevitischen, armenischen und kurdischen Organisationen angemeldet worden.

Unglück, kein Abschuss

Beim dem Absturz des türkischen NATO-Hubschraubers wurden in Afghanistan zwölf Soldaten und vier Zivilisten am Boden getötet. Der Helikopter war nach Polizeiangaben am Freitagvormittag aus noch ungeklärter Ursache in ein Haus nahe der Hauptstadt Kabul gestürzt und hatte Feuer gefangen. Einen Beschuss hatte es wohl nicht gegeben; womöglich verunglückte der Hubschrauber bei einer Notlandung. Die Türkei ist mit 1850 Soldaten am internationalen Afghanistan-Einsatz beteiligt.

 
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