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Rechtsextremistische Gruppe "Kameradschaft Walter Spangenberg" in Köln verboten

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Rechtsextremistische Gruppe in Köln verboten

10.05.2012, 14:53 Uhr | dpa, dapd

Der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger (SPD) hat erneut eine Gruppe von Neonazis verboten. Die Mitglieder der rechtsextremistischen "Kameradschaft Walter Spangenberg" aus Köln glorifizierten den Nationalsozialismus und strebten "ein viertes großdeutsches Reich" an, sagte Jäger.

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Der Zeitpunkt des Verbots steht im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen ihren Anführer Axel Reitz, der nach rund zwei Monaten aus der Untersuchungshaft entlassen wurde. Er soll gemeinsam mit zwei anderen führenden Mitgliedern der Kameradschaft mit der kriminellen Vereinigung "Aktionsbüro Mittelrhein" zusammengearbeitet und Gewalttaten begangen haben.

Wohnungen und Haftzellen durchsucht

Die Kameradschaft sei gefährlich, so Jäger. "Wir mussten handeln, damit Axel Reitz nach seiner Haftentlassung seine extremistischen Umtriebe nicht wieder in den gewohnten Strukturen aufgreifen kann."

Am Morgen durchsuchten Polizisten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz die Wohnungen und Haftzellen der 14 Mitglieder der Kameradschaft. Das Vereinsvermögen und ihre Symbole seien beschlagnahmt worden. Ab sofort sei den Mitgliedern jede Vereinstätigkeit verboten.

Zudem darf das Emblem der Gruppe nicht mehr in der Öffentlichkeit gezeigt werden. Die Neonazis hatten laut den Ermittlern unter anderem im Internet rassistische und antisemitische Parolen verbreitet.

Die "Kameradschaft Walter Spangenberg" ist nach einem früheren Mitglied der Sturmabteilung (SA) benannt. Die Gruppierung stützt sich nach Angaben des Innenministeriums unter anderem auf Hitlers "Mein Kampf" und das Parteiprogramm der NSDAP von 1925.

Jäger fährt harten Kurs

Erst vor zwei Wochen war die Polizei in Nordrhein-Westfalen gegen die rechtsextreme Gruppe "Freundeskreis Rade" vorgegangen. Drei Neonazis wurden verhaftet. Parallel fährt Innenminister Jäger einen harten Kurs gegen Rockerbanden. Zuletzt waren zwei Clubs in Aachen und Frechen bei Köln verboten worden.

 
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