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Alarmierende Statistik: Armut beginnt bei 979 Euro im Monat

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Neue alarmierende Statistik  

Armut beginnt bei 979 Euro im Monat

28.10.2014, 12:27 Uhr | dpa, rtr

Alarmierende Statistik: Armut beginnt bei 979 Euro im Monat. Armut; Deutschland; Arbeitslosigkeit (Quelle: dpa)

Lange Schlange beim Arbeitsamt: Wer seinen Job verliert, hat auch ein besonders hohes Risiko, in die Armut abzurutschen (Quelle: dpa)

Trotz der guten Lage am Arbeitsmarkt droht etwa jedem Sechsten in Deutschland ein Leben in Armut. Rund 13 Millionen oder 16,1 Prozent der Bevölkerung galten 2013 als armutsgefährdet, teilte das Statistische Bundesamt mit. Der Anteil sei damit genauso hoch wie 2012. Ein besonders hohes Risiko tragen demnach Frauen, Alleinerziehende und Singles.

So gelten in der Altersgruppe der 17- bis 64-Jährigen fast 18 Prozent der Frauen als armutsgefährdet. Bei den Männern sind es 16 Prozent. Von den Alleinerziehenden laufen sogar 35,2 Prozent Gefahr, in Armut abzurutschen. "Bei den Alleinlebenden betrug der Anteil der armutsgefährdeten Personen 31,9 Prozent", erklärten die Statistiker.

Risiko steigt durch Arbeitslosigkeit

Wer einen Job hat, gerät vergleichsweise selten in Bedrängnis: Hier sind 8,6 Prozent gefährdet, bei den Arbeitslosen sind es dagegen 69,3 Prozent.

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Als armutsgefährdet gilt, wer inklusive staatlicher Sozialleistungen wie Kinder- oder Wohngeld weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens verdient. Im vergangenen Jahr lag dieser Schwellenwert für eine allein lebende Person in Deutschland bei 979 Euro im Monat (11.749 Euro im Jahr), für zwei Erwachsene mit zwei Kindern unter 14 Jahren bei 2056 Euro im Monat (24.673 Euro im Jahr).

"Amerikanisierung der Arbeit"

Dass die Armutsgefährdung trotz Rekordbeschäftigung nicht zurückgeht, ist für den Paritätischen Wohlfahrtsverband ein Zeichen für die "Amerikanisierung der Arbeit". "Es gibt zu viele Jobs, die kein auskömmliches Einkommen garantieren", sagte Verbandsexperte Christian Woltering. "Unsere sozialen Sicherungssysteme schützen nicht ausreichend vor Armut."

Der ab 2015 eingeführte gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro je Stunde sei zwar ein wichtiger Schritt, sei allein aber nicht genug. Prekär sei die Lage für Langzeitarbeitslose. Ihnen müsse besonders geholfen werden - "vor allem durch einen öffentlichen Beschäftigungssektor", sagte Woltering.

Zuverdienst für Hartz-IV-Empfänger erhöhen

Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) sieht in besserer Bildung das wirkungsvollste Mittel gegen Armut. "Das Angebot an frühkindlicher Bildung muss verbessert werden", sagte IW-Experte Christoph Schröder. "Dadurch werden die Startchancen von Kindern mit Migrationshintergrund und aus bildungsfernen Schichten erhöht."

Mehr Kitaplätze und Ganztagsschulen ermöglichten, dass mehr Alleinerziehende Vollzeit arbeiten könnten. "Auch sollten Zuverdienst-Möglichkeiten für Hartz-IV-Empfänger erhöht werden", sagte Schröder. Er empfiehlt zudem, Geringqualifizierten nachträglich einen Ausbildungsabschluss zu ermöglichen und so deren Jobchancen zu erhöhen.

Kinder senken Armutsrisiko

Kinder zu haben, führt laut Statistischem Bundesamt nicht grundsätzlich zu einem höheren Armutsrisiko, eher im Gegenteil. Die Gefährdungsquoten in Haushalten mit zwei Erwachsenen und einem oder zwei Kindern lagen dem Bundesamt zufolge mit 11,1 Prozent beziehungsweise 8,5 Prozent unter dem Gesamt-Schnitt.

Allerdings leiden Kinder in Industriestaaten massiv unter den Folgen der Finanzkrise. Insgesamt 2,6 Millionen mehr Kinder sind in 41 reichen Ländern seit Beginn der Krise 2008 unter die Armutsgrenze gerutscht, wie aus einem Bericht des UN-Kinderhilfswerks Unicef hervorgeht.

Millionen Kinder leben in Armut

In diesen Staaten leben demzufolge 76,5 Millionen Kinder in Armut. In mehr als der Hälfte der 41 Länder hat die Kinderarmut seit 2008 zugenommen, in Staaten wie Griechenland oder Island sogar um mehr als 50 Prozent.

Deutschland liegt mit einem geringen Rückgang bei der Kinderarmut im Mittelfeld der untersuchten Staaten. "Viele Industrieländer haben bei den Haushaltseinkommen einen großen Sprung zurück gemacht. Das hat Einfluss auf die Kinder und langfristige Auswirkungen für sie und die Gesellschaften", warnte Jeffrey O'Malley von Unicef.

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