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Hacker greifen Bundestag an: Spur führt zu "östlichen Geheimdiensten"

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Hacker-Attacke auf Bundestag  

Grüne sehen "hochkarätigen Angriff von geheimdienstlicher Qualität"

11.06.2015, 18:38 Uhr | dpa, AFP

Hacker greifen Bundestag an: Spur führt zu "östlichen Geheimdiensten". Das IT-System des Bundestags ist zum Ziel von Hackern geworden. (Quelle: dpa)

Das IT-System des Bundestags ist zum Ziel von Hackern geworden. (Quelle: dpa)

Vor einem Monat wurde das Computer-Netzwerk des Bundestages gehackt. Aber der eingeschleuste Trojaner konnte noch immer nicht entfernt werden und zapft weiter Daten ab. Die Grünen sehen eine hochprofessionelle Aktion hinter der Attacke.

Es sei ein "hochkarätiger Angriff von geheimdienstlicher Qualität", sagte der netzpolitische Sprecher der Partei, Konstantin von Notz, dem Sender rbb. Trojaner seien tief in das Netzwerk eingedrungen und hätten gravierende Probleme verursacht.

Wer hinter dem Cyber-Angriff stecke, sei nur sehr schwer festzustellen: "Sie können in der digitalen Welt die Spuren eines solchen Angriffs maximal verwischen. Wenn Sie in irgendeinen Quellcode drei chinesische Schriftzeichen reinsetzen, dann ist das eben gerade kein Beweis dafür, dass das nun aus China kommt", erläuterte von Notz.

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Er kritisierte zugleich die Informationspolitik der Parlamentsverwaltung. Die interne Kommunikation sei nicht gut gelaufen: "Da muss man künftig vieles besser machen."

Spur zu "östlichen Geheimdiensten"

Unterdessen verdichten sich laut "Spiegel Online" Hinweise, dass die Spur der Cyberattacke in "östliche Geheimdienstkreise" führt. Experten lägen Anhaltspunkte dafür vor, dass der russische Auslandsnachrichtendienst SWR hinter der Spähaktion stecke.

Nach einem Bericht der Sender NDR und WDR sowie der "Süddeutschen Zeitung" ist der Angriff so gravierend, dass das Parlament wohl sein gesamtes Computer-Netzwerk neu aufbauen muss.

Netz kann wohl nicht mehr verteidigt werden

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sei zu dem Ergebnis gekommen, dass das Netz nicht mehr gegen den Angriff verteidigt werden könne und aufgegeben werden müsse. Einem Bericht von "Spiegel Online" zufolge fließen noch immer Daten in unbekannter Richtung ab.

Der Ältestenrat des Bundestags befasse sich am heutigen Donnerstag erneut mit dem Fall, so "Spiegel Online". Die Parlamentarier müssten auch entscheiden, ob sie Spionageabwehr-Experten des Bundesamts für Verfassungsschutz zur Hilfe rufen. Dagegen hätten zahlreiche Abgeordnete Bedenken geäußert. Auch dem BSI, das einst aus dem Bundesnachrichtendienst hervorging, verweigerten mehrere Mitglieder unterschiedlicher Fraktionen Zugang zu ihren Rechnern.

Der Bundestagsabgeordnete Armin Schuster (CDU) kritisierte laut "Spiegel Online", statt einer Exekutivbehörde Zugang zu gewähren, ließen sich einige Abgeordnete "lieber von einem Geheimdienst ausspionieren". "Es ist zum Verrücktwerden", schimpfte der Innenpolitiker.

Der Obmann der SPD-Bundestagsfraktion im Ausschuss Digitale Agenda, Lars Klingbeil, sagte der in Halle erscheinenden "Mitteldeutschen Zeitung" (Donnerstagsausgabe), dass die Linksfraktion die Einbindung des Verfassungsschutzes blockiere, halte er "in dieser punktuellen Situation für einen großen Fehler". Er kritisierte zugleich die Informationspolitik der Bundestagsverwaltung hinsichtlich des Spähangriffs: "Gegenüber den Abgeordneten gibt es kaum Kommunikation und große Verunsicherung. Keiner weiß hier so richtig, was los ist."

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