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Malu Dreyer fordert Akw-Abschaltung von François Hollande

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Nach Störfall in Fessenheim  

Dreyer fordert von Hollande Abschaltung grenznaher Akw

05.03.2016, 14:53 Uhr | AFP

Malu Dreyer fordert Akw-Abschaltung von François Hollande. Im Atomkraftwerk Fessenheim im Elsass ist es zu einem gravierenden Störfall gekommen. (Quelle: AFP)

Im Atomkraftwerk Fessenheim im Elsass ist es zu einem gravierenden Störfall gekommen. (Quelle: AFP)

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) forderte in einem Schreiben von Frankreichs Präsidenten François Hollande die sofortige Abschaltung der grenznahen Atomkraftwerke Fessenheim und Cattenom. Berichten zufolge war es im elsässischen Akw Fessenheim zu einem gravierenden Störfall gekommen. 

Solange keine umfassende Untersuchung und Aufklärung des Vorfalls vorgenommen worden sei und solange keine ausreichende Sicherheit für die Bevölkerung rund um die Atomkraftwerke garantiert werden könne, "bitten wir Sie eindringlich, als Sofortmaßnahme die Atomkraftwerke Fessenheim und Cattenom abzuschalten", hieß es in dem Brief von Dreyer und der rheinland-pfälzischen Energieministerin Eveline Lemke (Grüne) an Hollande.

Dreyer und Lemke zeigten sich in dem Brief "zutiefst" beunruhigt über das "Eindringen von Wasser auf mehreren Ebenen" und den "Ausfall von sicherheitsrelevanten Steuersystemen" in Fessenheim, wie die Staatskanzlei in Mainz mitteilte. Nach den vorliegenden Kenntnissen habe der Störfall im April 2014 zu einer Notabschaltung geführt, die wiederum nicht vollständig störungsfrei abgelaufen sei.

Betreiber hat Einzelheiten verschwiegen

Eine "Hochrisikotechnologie" wie die Atomkraft erfordere eine "transparente Sicherheitskultur", forderte Dreyer. Allem Anschein nach habe "der Betreiber die Gefahren verschleiert", kritisierte sie.

Um das Vertrauen in den Betreiber und in die französische Atomaufsicht wiederherzustellen, sei es aus Sicht der Energieministerin Lemke unerlässlich, den Vorfall mit zweijähriger Verspätung nun rücksichtslos aufzuklären und dabei auch "alle weiteren Störfälle in Fessenheim und Cattenom zu überprüfen" und alle notwendigen Maßnahmen einzuleiten, damit die Sicherheit der angrenzenden Bevölkerung gewährleistet sei.

Einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge waren am 9. April 2014 die Steuerstäbe zum Abschalten des Reaktors nach einer Überflutung wegen eines Lecks in Block 1 nicht mehr manövrierfähig. Der Block wurde laut "SZ" erst durch Einleitung von Bor ins Kühlsystem abgeschaltet - ein äußert seltenes Vorgehen. Der Betreiber des Akw, der staatliche französische Stromkonzern EDF, hatte zwar von dem Leck berichtet, ohne jedoch Einzelheiten zu nennen.

Älteste Reaktoren in Frankreich

Die französische Behörde für Atomaufsicht ASN war nach dem Störfall vom April 2014 zunächst offenbar weder von EDF noch von der Akw-Leitung über das ganze Ausmaß der Panne informiert worden. Erst auf Nachfrage erfuhr die ASN ihrer Website zufolge Details zum Ablauf - gut zwei Wochen nach dem Vorfall.

Am Freitag teilte die Behörde mit, sie sehe "aus dem Blickwinkel der Atomsicherheit keinen Grund zur Schließung" von Fessenheim. Alle weiteren Fragen zur Zukunft des Meilers seien politischer Natur.

Die Schließung des Akw Fessenheim am Oberrhein wird von Umweltschützern in Deutschland, Frankreich und der Schweiz schon seit Jahren gefordert. Sie verweisen auf die zahlreichen Störfälle der beiden Reaktoren, die Ende der 70er Jahre in Betrieb genommen wurden und damit die ältesten in Frankreich sind.

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