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G20-Gipfel in Hamburg: Merkel will Trump nicht isolieren

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G20-Gipfel in Hamburg  

Merkel will Trump nicht isolieren

19.06.2017, 21:04 Uhr | dpa, pdi

G20-Gipfel in Hamburg: Merkel will Trump nicht isolieren. Kanzlerin Angela Merkel steht neben US-Präsident Donald Trump beim Familienfoto beim G7-Gipfel in Italien. (Quelle: dpa)

Kanzlerin Angela Merkel steht neben US-Präsident Donald Trump beim Familienfoto beim G7-Gipfel in Italien. (Quelle: dpa)

Trump, Putin, Erdogan: Es sind keine einfachen Gäste, die Kanzlerin Merkel im Juli in Hamburg zum G20-Gipfel empfängt. Sie glaubt trotzdem an den Erfolg.

Knapp drei Wochen vor dem G20-Gipfel in Hamburg hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die Teilnehmer vor "nationalen Alleingängen" gewarnt. Gerade in schwierigen Zeiten sei ein solcher Gipfel eine Chance, gemeinsame Interessen zu finden, sagte sie am Montag bei einem G20-Vorbereitungstreffen in der Hafenstadt.

Scharfe Kritik übte sie erneut am Ausstieg von US-Präsident Donald Trump aus dem Pariser Klimaabkommen. Sie sprach von einem "herben Rückschlags", will Trump in Hamburg aber nicht isolieren. "Trotzdem sind die Vereinigten Staaten von Amerika ein sehr wichtiger Teil von G20 und werden auch von der deutschen Bundesregierung herzlich willkommen geheißen trotz aller Meinungsunterschiede", sagte sie.

Streit ums Klima

Der Frage, ob wie beim G7-Gipfel in der Abschlusserklärung ein Dissens zwischen den USA und den anderen 19 Mitgliedern beim Thema Klima festgestellt werden könnte, wich die Kanzlerin aus. "Es gibt kein Kommunique, wenn nicht alle dem Kommunique zugestimmt haben", sagte sie lediglich. Darüber hinaus wolle sie den Verhandlungen nicht vorgreifen.

Merkel ist amtierende Präsidentin der "Gruppe der 20", zu der die größten Wirtschaftsmächte aller Kontinente gehören. An dem Gipfel am 7. und 8. Juli nehmen 19 Staats- und Regierungschefs sowie Vertreter der Europäischen Union teil.

Trump hatte im Mai einen Ausstieg seines Landes aus dem Klimaabkommen von Paris verkündet, das den Ausstoß von Treibhausgasen drosseln und so die Erderwärmung mindern soll. Schon zuvor beim G7-Gipfel im italienischen Taormina hatten die westlichen Industrienationen keinen Konsens bei dem Thema gefunden.

Alle gegen Trump

Erstmals in der 42-jährigen Geschichte dieser Gipfel wurde ein Dissens im Abschlussdokument festgeschrieben. Nun ist die Frage, ob auf das 6 gegen 1 von Taormina ein 19 zu 1 in Hamburg folgen wird.

Mehr als 300 Organisationen aus 50 Ländern forderten Merkel und die G20 am Montag auf, bei ihrem Gipfel auch ohne die USA ein starkes Zeichen für den Klimaschutz zu setzen: "Wir erwarten von den verbleibenden 19 Mitgliedern, dass sie ihre unumstößliche Verpflichtung zur umfassenden und konkreten Umsetzung der Maßnahmen aus dem Pariser Abkommen bestätigen", heißt es in einer Erklärung, die sie beim Civil20-Gipfel in Hamburg an Merkel übergaben.

Demonstrationen erwartet

Kritiker des G20-Gipfels rief Merkel auf, ihren Protest friedlich zu äußern. Es verstehe sich von selbst, dass Kritik an dem Gipfel möglich sein müsse. Aber "es sollte auch friedliche Kritik sein", sagte Merkel.

Die Behörden rechnen damit, dass zum G20-Gipfel neben vielen tausend friedlichen Demonstranten auch bis zu 8000 gewaltbereite aus dem In- und Ausland anreisen werden. Eine linksautonome Demonstration am Tag vor dem Spitzentreffen steht unter dem Motto "G20 - Welcome to hell" - "Willkommen in der Hölle".

Am Montag wurden in mehreren Bundesländern Feuer in Bahnanlagen gelegt. Der für politisch motivierte Taten zuständige Staatsschutz der Polizei nahm die Ermittlungen dazu auf. Ob ein Zusammenhang zu dem Gipfel besteht, ist unklar. Linksextremisten hatten wiederholt Aktionen und Anschläge vor dem Gipfel angekündigt.

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