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    "Lesen in Deutschland 2008": Jeder Vierte liest keine Bücher

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    Studie der Stiftung Lesen  

    Jeder Vierte in Deutschland liest keine Bücher

    05.12.2008, 09:03 Uhr | dpa, AFP, dapd

    Spielkonsole statt Buch (Quelle: Imago)Spielkonsole statt Buch (Quelle: Imago) Jeder vierte Erwachsene und Jugendliche liest nie Bücher. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der Stiftung Lesen, die am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde.

    "Lesen in Deutschland 2008" ist die umfangreichste Untersuchung zum Leseverhalten seit acht Jahren. Die Stiftung Lesen befragte dazu mehr als 2500 Jugendliche und Erwachsene.

    Grafik Sechs Lesetypen
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    Klassischer Gelegenheitsleser verschwindet

    Grundsätzlich wandelt sich nach Einschätzung der Stiftung Lesen das Leseverhalten. "Die Studie dokumentiert das generelle Verschwinden des klassischen Gelegenheitslesers mit einem bis vier gelesenen Büchern im Monat", erklärte Stefan Aufenanger.

    Weniger Nicht-Leser

    Der Vergleich zu den früheren Studien aus den Jahren 1992 und 2000 zeige, dass der harte Kern der Viel-Leser von mehr als 50 Büchern pro Jahr mit rund drei Prozent unverändert bleibt. "Die Gelegenheitsleser verzeichnen allein in den vergangenen acht Jahren einen Schwund von 31 Prozent auf 25 Prozent." Allerdings sank seit 2000 der Anteil der Nicht-Leser von 30 auf 27 Prozent.

    Migranten bilden neue "Lese-Mittelschicht"

    Als bemerkenswertes Ergebnis nennt die Studie das Leseverhalten von Menschen mit Migrationshintergrund: 36 Prozent der Deutsch sprechenden Bürger mit ausländischen Wurzeln lesen demnach ein- oder mehrmals in der Woche und elf Prozent sogar täglich. Damit greifen sie mindestens ebenso häufig zum Buch wie der Bevölkerungsdurchschnitt. "Deutsch sprechende Migranten bilden eine neue Lese-Mittelschicht - mit großem bildungspolitischen Potenzial", sagte Staatssekretär Andreas Storm in Berlin. Das Bundesbildungsministerium gab Geld für die Studie.

    Menschen im Osten lesen heute weniger

    Einen Abwärtstrend sieht die Studie im Osten Deutschlands. Während 1992 noch gut zwei Drittel (68 Prozent) der Menschen in den neuen Ländern bis zu einmal wöchentlich ins Buch guckte, sank der Anteil bis 2008 auf 42 Prozent. Damit habe sich das Leseverhalten in Ost und West fast vollständig angeglichen.

    Mehrheit will auf gedruckte Bücher nicht verzichten

    Die Stiftung Lesen beklagt, dass 45 Prozent der 14- bis 19-Jährigen erklärten, als Kind nie ein Buch geschenkt bekommen zu haben. Zugleich weisen die Experten den Eindruck zurück, dass der Vormarsch des Lesens am Computer die klassische Lesekultur zerstören könnte. "Lesen am Bildschirm ist im Alltag angekommen. Dennoch möchte die Mehrheit nicht auf gedruckte Bücher verzichten", sagte Aufenanger. Gedrucktes werde weiterhin als besonders glaubwürdig empfunden. Und es biete wohl mehr Orientierungshilfe: 20 Prozent der Befragten beklagten, dass sie sich beim Lesen am Bildschirm verzetteln.

    Sechs Lesetypen

    Insgesamt ermittelte die Studie sechs Lesetypen: Zu den Leseabstinenten gehören 25 Prozent: Sie empfinden Lesen als mühevoll. 24 Prozent wertschätzen als Lesefreunde besonders das Leseerlebnis. 20 Prozent werden der Kategorie "informationsaffine Leser" zugeordnet, zwölf Prozent den Vielmediennutzern, die nicht nur in einem schön gestalteten Buch schmökern, sondern sich ihre Informationen auch am Computer beschaffen. Elf Prozent ziehen als "elektronikaffine Mediennutzer" den Computer gegenüber Büchern vor. Acht Prozent sind "Medienabstinente", die alle Medien für "Ballast" halten.

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