12.08.2013, 11:32 Uhr | AFP, dpa
Hauptbahnhof Mainz: Die Passagiere der Deutschen Bahn zittern weiter - jetzt sind die Berufspendler noch stärker betroffen. (Quelle: dpa)
Eigentlich sollte die Deutsche Bahn die Probleme am Mainzer Hauptbahnhof längst im Griff haben - doch seit heute um 6 Uhr hat sich das Chaos sogar noch verschlimmert. Bisher gab es abends und nachts Zugausfälle und Umleitungen, vor allem bei Fernzügen. Jetzt müssen auch Tausende Pendler im gesamten Rhein-Main-Gebiet tagsüber im Regionalverkehr mit Schwierigkeiten rechnen.
Für Regionalzüge bietet die Bahn nur einen Stunden- statt Halbstundentakt an. Ohnehin halten nur noch wenige Fernzüge im Hauptbahnhof, viele werden umgeleitet. Der Grund: Fast die Hälfte der 15 Fahrdienstleiter im Mainzer Stellwerk sind krank oder in Urlaub. Das Desaster dauert schon über eine Woche.
Währenddessen zieht die Deutsche Bahn ihre Konsequenzen: Der Produktionsvorstand der Bahntochter DB Netz, Hansjörg Hess, muss gehen. Die "Stuttgarter Zeitung" hatte berichtet, die Ablösung von Hess sei schon länger geplant gewesen sein, die Ereignisse in Mainz hätten sie aber beschleunigt.
Außerdem will die Bahn Mitarbeiter bitten, freiwillig ihren Urlaub zu unterbrechen, damit sich die Lage in Mainz entspannt. Es bestehe aber kein Zwang, sagte ein Unternehmenssprecher. Denkbar sei auch, Fahrdienstleiter aus anderen Bereichen zu schulen, damit sie in personell ausgedünnten Stellwerken aushelfen könnten.
"Die urlaubenden Mitarbeiter sollten sofort auf Kostenerstattung der Bahn ihren Urlaub abbrechen und Dienst tun", sagte der FDP-Generalsekretär und Bahn-Aufsichtsratsmitglied Patrick Döring der "Bild am Sonntag".
Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG wies die Forderung zurück. "Unsere Kolleginnen und Kollegen brauchen ihren Erholungsurlaub dringend", sagte EVG-Chef Alexander Kirchner.
Aus dem Bundesverkehrsministerium hieß es am Sonntag: "Diese Situation ist nicht hinnehmbar." Das Problem müsse zügig behoben werden, und es müsse sichergestellt werden, dass sich dies nicht woanders wiederhole. Staatssekretär und Bahn-Aufsichtsratsmitglied Michael Odenwald hatte die Bahn bereits zur Prüfung aufgefordert, ob nicht urlaubende Mitarbeiter zurückgeholt werden können.
Die Bahn wies Vorwürfe aus einem "Spiegel"-Bericht zurück, wonach auch anderswo Störungen drohen wegen veralteter Stellwerke. Das Magazin schreibt, knapp 3000 Weichen-Schaltzentralen der Deutschen Bahn würden noch weitgehend mechanisch betrieben. Eine Bahn-Sprecherin sagte zwar, ältere Stellwerke seien grundsätzlich personalintensiver. Sie betonte aber: "Das ist ein regionales Problem in Mainz."
Der Chef des Bundestags-Verkehrsausschusses, Anton Hofreiter (Grüne), kritisierte die Bahn. "Bei der Bahn wird massiv gespart", sagte er der "Rheinischen Post" (Samstag). Der Bund habe das Unternehmen nicht genügend ausgestattet. Auch FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle sieht Handlungsbedarf beim Bund. "Die Bahn macht damit den deutschen Schienenverkehr international lächerlich", kritisierte er.
12.08.2013, 11:32 Uhr | AFP, dpa
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