Chaos im Schienenverkehr
Bahn räumt Personalmangel in Stellwerken bundesweit ein12.08.2013, 17:07 Uhr | AFP
Der Personalmangel bei der Bahn betrifft Stellwerke in ganz Deutschland (Quelle: imago)
Sind die Probleme der Deutschen Bahn (DB) in Mainz nur die Spitze des Eisberges? Das Unternehmen hat nun erstmals eingeräumt, dass auch in den Stellwerken anderer Bahnhöfe Personalmangel herrscht.
"Wir haben bundesweit eine angespannte Situation, das ist richtig", sagte der Vorstandsvorsitzende der DB Netz, Frank Sennhenn, im ARD-"Morgenmagazin".
In Mainz trat wegen des Personalmangels im Stellwerk ein Notfahrplan mit weiteren Zugstreichungen in Kraft.
Wegen des Chaos im Mainzer Zugverkehr hatte die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) die DB-Personalpolitik bereits heftig kritisiert. Sennhenn sagte dazu: "Wir haben die Situation aufgenommen und bewertet und wir sind dabei, alle Stellwerke, bei denen wir ähnlich kritische Situationen haben, nach Kräften abzusichern."
Der Chef der DB Netz AG verwies zugleich darauf, dass das Unternehmen in diesem Jahr 600 zusätzliche Fahrdienstleiter einstellen wolle. Diese sollen in Stellwerken eingesetzt werden. Ein Problem bestehe allerdings darin, das die Ausbildungszeiten bei Neueingestellten durchschnittlich sieben Monate betrügen.
Unterdessen fahren in Mainz seit Montag noch weniger Züge als in den Wochen zuvor: Der nun geltende Notfahrplan sieht vor, dass Züge im Nahverkehr statt im Halbstunden- nur noch im Stundentakt fahren, der Fernverkehr beschränkt sich auf Züge Richtung Worms und Gegenrichtung.
Der Notfahrplan sei "zunächst anvisiert" bis Ende August, sagte ein Bahn-Sprecher in Berlin. Das hänge aber auch davon ab, ob und wann kranke Kollegen zurückkehrten. Im Mainzer Stellwerk sind von den üblicherweise 15 Mitarbeitern fünf krank und drei im Urlaub - daher das Chaos im Schienenverkehr.
Die Bahn habe Gespräche mit den Mitarbeitern geführt und führe sie auch weiterhin, sagte der Bahn-Sprecher. Ziel sei es, dass die Beschäftigten ihren Urlaub abbrechen oder gar nicht erst antreten. Erzwingen könne das Unternehmen dies aber nicht.
Arbeitnehmervertreter bei der Bahn führen unterdessen den kürzlichen Beinahe-Zusammenstoß zweier S-Bahnen in Mainz laut einem Bericht der WAZ-Gruppe auf den Personalmangel im dortigen Stellwerk zurück. Der Gesamtbetriebsrat der DB Netz AG erklärte in einem Schreiben an den Vorstand, es sei davon auszugehen, dass "die beteiligten Fahrdienstleiter keine Schuld" an dem Vorfall treffe.
Vielmehr hätten am fraglichen Tag zum Zeitpunkt des Vorfalls erneut "nur zwei Fahrdienstleiter statt drei und ein Zugmelder auf diesem hoch belasteteten Stellwerk Dienst" getan.
EVG-Chef Alexander Kirchner forderte in der Mainzer "Allgemeinen Zeitung" die Bundesregierung auf, den "Renditedruck auf die Bahn deutlich" zu reduzieren. Der Verkehrsminister müsse dafür sorgen, dass künftig "jeder Cent wieder in das Unternehmen investiert werden kann und das Geld nicht in die Kasse des Bundesfinanzministers fließt", sagte Kirchner. Allein bei der Infrastruktur (Gleise, Schienen, Tunnel) gebe es einen Investitionsstau von rund 20 Milliarden Euro.
Eigentümer der Bahn ist der Bund. In den vergangenen Jahren zahlte das Unternehmen jährlich 525 Millionen Euro an den Bund.
12.08.2013, 17:07 Uhr | AFP
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