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NSA-Spähaffäre: Peer Steinbrück attackiert Angela Merkel

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Fehlender Aufklärungswille

NSA-Spähaffäre: Steinbrück wirft Merkel Versagen vor

13.08.2013, 08:13 Uhr | t-online.de, AFP

Peer Steinbrück geht wegen der NSA-Affäre hart mit Angela Merkel ins Gericht (Quelle: AFP)

Peer Steinbrück geht wegen der NSA-Affäre hart mit Angela Merkel ins Gericht (Quelle: AFP)

Peer Steinbrück hat Angela Merkel (CDU) in der NSA-Spähaffäre fehlenden Aufklärungswillen vorgeworfen. Die Bundeskanzlerin distanziere sich nicht von den Amerikanern und "nimmt kritiklos hin, wenn deutsche Rechte und Interessen verletzt werden", sagte der SPD-Kanzlerkandidat im Interview mit den Dortmunder "Ruhr Nachrichten". Die Kritik von CDU und CSU am Abkommen der rot-grünen Bundesregierung von Gerhard Schröder 2002 für den massiven Datenaustausch mit den Amerikanern sei indes ein "Ablenkungsmanöver".

"Das war schon zu Zeiten des Irak-Krieges so, als sie Gerhard Schröder für seine ablehnende Haltung in Washington kritisierte", fügte Steinbrück mit Blick auf den damaligen SPD-Kanzler hinzu.

SPD-Kanzlerkandidat fordert Aufklärung

"Ich will wissen, ob millionenfach Deutsche von ausländischen Geheimdiensten ausgespäht werden, ob Regierungsstellen, deutsche Unternehmen und europäische Einrichtungen abgehört werden", führte Steinbrück aus.

"Frau Merkel sagt dazu 'Ich warte ab'", kritisierte der SPD-Politiker. Die Kanzlerin müsse "endlich klären, ob wir noch Herr im eigenen Haus sind und fortwährend unser Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung verletzt wird".

Nachrichtendienste dürfen Freiheitsrechte nicht verletzen

Steinbrück mahnte ein verhältnismäßiges Vorgehen zur Abwehr von Terror-Gefahren an: "Wir wollen den Wert der Freiheit gegenüber Terroristen verteidigen. Da kann es doch nicht sein, dass Nachrichtendienste zu Mitteln greifen, die diese Freiheitsrechte untergraben", sagte der SPD-Kanzlerkandidat.

Zu dem Abkommen über den Austausch von Daten, das die rot-grüne Bundesregierung 2002 mit den USA geschlossen hatte, sagte Steinbrück, damals seien die technischen Möglichkeiten zur Ausforschung noch nicht so weit gewesen wie heute.

Steinbrück verteidigt Schröder

Die Zusicherung des damaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder einer uneingeschränkten Solidarität mit Washington sei damals historisch richtig gewesen. "Aber das bedeutete doch nicht, Rechtsverletzungen in Kauf zu nehmen", fügte Steinbrück hinzu.

Foto-Serie: Top-Nachrichten des Tages

Kanzleramtsminister Ronald Pofalla (CDU) hatte am Montag nach seiner Anhörung vor dem Parlamentarischen Kontrollgremium gesagt, der Vorwurf der flächendeckenden Ausspähung Deutscher durch die Geheimdienste der USA und Großbritanniens sei entkräftet.

Opposition kritisiert Pofalla

Beide Länder hätten schriftlich zugesichert, dass sie Recht und Gesetz in der Bundesrepublik einhielten. Die Opposition hingegen zog die Darstellung Pofallas in Zweifel und kritisierte, es gebe weiter keine Klarheit in der Spähaffäre.

13.08.2013, 08:13 Uhr | t-online.de, AFP

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