Bahnchaos wird zur Chefsache
Mainz: "Internationale Blamage"13.08.2013, 08:07 Uhr | AFP, dpa, je
Vor dem Gipfeltreffen zum Mainzer Krisenbahnhof wird das Chaos dort immer mehr zur Chefsache und zum politischen Streitfall. FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle bezeichnete die Vorgänge in Mainz als "internationale Blamage" für Deutschland.
Angesichts der Zustände in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt forderte er eine grundlegende Umstrukturierung der Bahn. In der Mainzer "Allgemeinen Zeitung" sprach er von einem "unglaublichen Zustand, für den die Menschen kein Verständnis haben". "Hier wird eine ganze Region in Geiselhaft genommen", klagte der FDP-Politiker, der aus Rheinland-Pfalz stammt.
Am Mainzer Hauptbahnhof fallen wegen Personalnot im Stellwerk seit mehr als einer Woche viele Züge aus. Für Dienstag und Mittwoch sind Krisentreffen von Bahn, Politik und Gewerkschaft in Mainz und Frankfurt geplant. Der Chef der Netztochter, Frank Sennhenn, deutete für Dienstag eine Lösung an.
SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück kritisierte angesichts der massiven Probleme die Personalpolitik der Deutschen Bahn: "Hier wurde offenbar falsch gespart. Das rächt sich jetzt", sagte er der "Passauer Neuen Presse". Die Bahn-Mitarbeiter zu bestrafen und aus dem Urlaub zurückzuholen, sei der falsche Weg.
"Die Fahrdienstleiter brauchen auch ihre Erholung, sonst betreibt man Raubbau an ihnen. Sie sind nicht für diese Fehlplanung verantwortlich", sagte Steinbrück der Zeitung. Von der Bahn forderte er schnelle Lösungen und Abhilfe. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) tue allerdings so, als gehe ihn das als Eigentümer der Bahn alles nichts an.
Der Bahnvorstand für Infrastruktur, Volker Kefer, kündigte in einem Interview in der ARD-Sendung "Brennpunkt" an, die Deutsche Bahn wolle die Zahl ihrer Fahrdienstleiter erhöhen. Zudem sei geplant, eine mobile Reserve aufzubauen. Dabei sollen Fahrdienstleiter zusätzlich für weitere Bahnhöfe in der Umgebung geschult werden, um dort im Notfall einspringen zu können.
Nach den Worten von Brüderle müsse die Bahnstruktur mit ihrer staatlichen Absicherung grundlegend unter die Lupe genommen werden. "Ein freies Unternehmen im Wettbewerb könnte sich so etwas nicht leisten", erklärte er. Die Bahn an die Börse zu bringen hält der Politiker demnach "zum richtigen Zeitpunkt für überlegenswert". Brüderle unterstützt zudem den Vorschlag des FDP-Generalsekretärs Patrick Döring, notfalls Bahn-Mitarbeiter aus dem Urlaub zu holen.
Der Bahnvorstand könne den Personalmangel in Mainz nicht länger als örtliches Problem betrachten, sagte der Vorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) Alexander Kirchner. Die Bahn müsse akzeptieren, "dass es hier über Mainz hinaus Handlungsbedarf gibt".
13.08.2013, 08:07 Uhr | AFP, dpa, je
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