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Bundeswehr in Litauen Ziel einer Fake-News-Kampagne

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Gerüchte über Vergewaltigung gestreut  

Bundeswehr in Litauen Ziel einer Fake-News-Kampagne

16.02.2017, 18:18 Uhr | AFP, dpa, t-online.de

Bundeswehr in Litauen Ziel einer Fake-News-Kampagne. Die Bundeswehr beteiligt sich mit 130 Soldaten an der "Enhanced Forward Presence" der Nato in Litauen. (Quelle: dpa)

Die Bundeswehr beteiligt sich mit 130 Soldaten an der "Enhanced Forward Presence" der Nato in Litauen. (Quelle: dpa)

Bundeswehr-Soldaten sind in Litauen Ziel einer Desinformationskampagne geworden. Ein Sprecher des Verteidigungsministerums bestätigte einen entsprechenden Bericht des Nachrichtenmagazins "Spiegel". Demnach wurden in dem Land Falschmeldungen über eine angebliche Vergewaltigung einer Minderjährigen durch deutsche Soldaten gestreut.

Dem Bericht zufolge soll es sich bei der Verbreitung der Fake News um eine gezielte Attacke Russlands zur Diskreditierung der Bundeswehr und der Nato handeln, die seit einigen Wochen in Litauen stationiert ist.

Mail an Politiker und Medien verschickt

Laut Verteidigungsministerium ging am 14. Februar eine Mail beim litauischen Parlamentspräsidenten und bei den Medien ein, in der es hieß, deutsche Soldaten in Uniform hätten am 9. Februar in der Ortschaft Jonava eine junge Litauerin vergewaltigt. Einige litauische Medien griffen die angebliche Nachricht laut "Spiegel" auf, die litauische Regierung dementierte den Vorfall.

"Nach unserer Kenntnis haben die litauischen Polizeiermittlungen ergeben, dass es weder Opfer noch eventuelle Zeugen noch Täter gibt", sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums. Eine erste Überprüfung der E-Mailadresse habe auch ergeben, dass diese nicht mehr existiere. Die litauischen Regierungsstellen fahndeten nun nach der entsprechenden IP-Adresse und die Polizei des baltischen Landes habe Ermittlungen wegen Verbreitung von Fake News gegen Unbekannt eingeleitet.

Nato-Hauptquartier über Vorfall informiert

Wie der "Spiegel" weiter berichtet, wurde das Nato-Hauptquartier in Brüssel über den Vorfall informiert. Dort werde das Vorgehen als russischer Versuch gewertet, den gerade begonnenen Einsatz in Litauen zu unterminieren und Stimmung gegen die Nato zu machen, zitierte das Magazin einen Nato-Diplomaten.

Im Rahmen einer verstärkten Truppenpräsenz in Osteuropa beteiligt sich die Bundeswehr in Litauen mit rund 130 Soldaten an der sogenannten "Enhanced Forward Presence". Die Nato reagiert damit auf die Annexion der Krim im Jahr 2014 und die Krise im Osten der Ukraine.

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