Sie sind hier: Home > Politik > Deutschland > Militär & Verteidigung >

Bundeswehr: "Unsere Piloten haben nicht genug Erfahrung"

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Kritik nach Mali-Absturz  

"Unsere Piloten haben nicht genug Erfahrung"

28.07.2017, 16:16 Uhr | Torsten Holtz, dpa, pdi

Bundeswehr: "Unsere Piloten haben nicht genug Erfahrung". Ursula von der Leyen spricht in Fritzlar nach einem Besuch Kampfhubschrauberregiments 36 vor einem Kampfhubschrauber vom Typ Tiger zu den Medienvertretern. (Quelle: dpa/Kay Nietfeld/Archiv)

Ursula von der Leyen spricht in Fritzlar nach einem Besuch Kampfhubschrauberregiments 36 vor einem Kampfhubschrauber vom Typ Tiger zu den Medienvertretern. (Quelle: Kay Nietfeld/Archiv/dpa)

Mali bildet derzeit wohl das gefahrenreichste Einsatzgebiet der Bundeswehr. Dennoch wird der Absturz eines Kampfhubschraubers mit zwei Todesopfern mit technischem Versagen begründet. Waren die Piloten zuvor ausreichend auf den Einsatz vorbereitet?

Nach dem Tod zweier Bundeswehrsoldaten beim Absturz eines Tiger-Kampfhubschraubers in Mali kritisiert die Interessengemeinschaft des fliegenden und luftfahrzeugtechnischen Personals der Transport- und Hubschrauberverbände der Bundeswehr (IGTH) den Einsatz in dem afrikanischen Krisenland.

Die deutschen Kampf-Hubschrauber seien nicht ausreichend für den Einsatz in dem Gebiet getestet und den Piloten fehle die vorgeschriebene Routine, sagte der IGTH-Vorsitzende Reinhard Schlepphorst der "Bild"-Zeitung. "Unsere Tiger-Piloten haben nicht genug Erfahrung auf den vor Ort eingesetzten Maschinen, um in Grenzsituationen die Hubschrauber vollumfänglich beherrschen zu können", sagte er.

Der Kampfhubschrauber war am Mittwoch bei einem Einsatzflug 70 Kilometer nördlich von Gao abgestürzt und sofort ausgebrannt. Die zweiköpfige Besatzung – ein Pilot und ein Schütze – kam ums Leben. Es sind die ersten Todesfälle von Bundeswehrsoldaten im Auslandseinsatz seit 2015.
Hinweise auf einen Abschuss gab es zunächst nicht. Der UN-Mission vor Orte zufolge deuten Erkenntnisse auf technisches Versagen hin.

Nato-Vorgaben verpflichten Piloten vor Einsatz auf 140 Flugstunden

Schlepphorst sagte, nach Nato-Vorgaben müssten Piloten im Jahr vor einem Einsatz 140 Flugstunden auf den Maschinen absolvieren, die sie im Einsatz fliegen. Diese Flugstunden erreiche keiner der Tiger-Piloten auch nur annähernd. Die Bundeswehr wies die Kritik zurück. "Wir schicken keine unerfahrenen Piloten in den Einsatz", sagte ein Sprecher. Nach Informationen des Blattes ist einer der verunglückten Piloten den Kampfhubschrauber bereits im Afghanistan-Einsatz geflogen.

Experten sollen die Ursache des Absturzes ermitteln. Ein Team von Fachleuten sollte nach Angaben der Bundeswehr noch am Donnerstagabend in der Stadt Gao landen, um unter anderem den Flugschreiber auszuwerten. Politiker von Koalition und Opposition forderten eine rasche und vollständige Aufklärung des Vorfalls.

875 Bundeswehr-Soldaten als Teil der UN-Mission Minusma

Der Einsatz in Mali gilt seit längerem als der aktuell gefährlichste der Truppe. Der Norden des westafrikanischen Landes war 2012 vorübergehend in die Hände islamistischer Extremisten und anderer Rebellengruppen gefallen. Gruppierungen wie Al-Kaida terrorisieren den Norden schon lange. An der dortigen UN-Mission Minusma beteiligen sich derzeit 875 Bundeswehr-Soldaten.

Der verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Arnold, sagte der "Nordwest"-Zeitung, nach allen bisherigen Informationen sehe es nach einem tragischen Unfall wegen eines technischen Defekts aus. "Die Frage ist, ob es ein einzelner technischer Fehler war oder es ein strukturelles Problem gibt, das womöglich die gesamte Flotte der Tiger-Hubschrauber betrifft."

Arnold sagte, der Einsatz in Mali unter extremen Bedingungen sei auf Dauer nicht zu leisten. "Das wäre nicht verantwortbar. Da werden Einsatzkräfte und das Gerät wie die Hubschrauber in einer außergewöhnlichen Art und Weise beansprucht." Er gehe davon aus, dass nach einem Jahr im Frühjahr am Ende des Mandats andere Partner die Hubschrauber-Mission übernehmen.

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Shopping
Neu: NIVEA PURE SKIN Gesichtsreinigungsbürste
jetzt versandkostenfrei bestellen auf NIVEA.de
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2017