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Piratenpartei: Weisband bekam antisemitische Hassmails

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Piratin Weisband bekam antisemitische Hassmails

30.01.2012, 12:35 Uhr | dapd, dpa, t-online.de

Piratenpartei: Weisband bekam antisemitische Hassmails. Piratenpartei: Marina Weisband ist wegen ihres jüdischen Glaubens angefeindet worden (Quelle: Reuters)

Marina Weisband ist wegen ihres jüdischen Glaubens angefeindet worden (Quelle: Reuters)

Die scheidende Politische Geschäftsführerin der Piratenpartei, Marina Weisband, ist in den vergangenen Monaten wegen ihres jüdischen Glaubens massiv antisemitisch angefeindet worden. "Ich habe Hassmails bekommen, auf rechtsextremistischen Webseiten wurde mein Foto veröffentlicht. Daneben standen Texte darüber, wie die Juden jetzt die deutsche Parteienlandschaft erobern würden", sagte Weisband der "Bild am Sonntag".

Weisband hatte mit ihrem offenen Politikstil für Furore gesorgt. Sie sprach auch selbstbewusst über ihren jüdischen Glauben.

"Ich brauche einfach Erholung"

In der vergangenen Woche hatte Weisband angekündigt, sich vorläufig aus der Parteispitze der Piraten zurückziehen zu wollen. Die 24-Jährige schließt eine Rückkehr in die Parteiführung noch vor der Bundestagswahl 2013 jedoch nicht aus: "Ich bin weiter in der Partei aktiv. Und ich kann mir auch vorstellen, 2013 wieder für ein Spitzenamt zu kandidieren."

Nachdem sie zunächst gesundheitliche Gründe für ihren Rückzug aus der Parteispitze angegeben hatte, gibt sie jetzt Entwarnung: "Einen Burn-out habe ich nicht", so Weisband. "Man muss sich keine Sorgen machen um mich. Ich brauche einfach Erholung.“

Diplomarbeit statt Spitzenamt

Weisband reagierte genervt auf das Medienecho, das ihre Entscheidung ausgelöst hat. So wies sie Einschätzungen zurück, dass die Partei nun ihr "charismatisches Aushängeschild" verliere. "Das ist Quatsch. Die Piraten verlieren gar nichts!", schrieb sie nach ihren Rückzug. Sie werde weiter aktiv mitarbeiten. Es sei jedoch "Ziel der Sache, dass ich weniger Medienauftritte und dadurch mehr Zeit habe". Dennoch verbat sie sich "Abgesänge auf mich".

Weisband wurde in der ukrainischen Hauptstadt Kiew geboren und zog mit ihrer Familie als Sechsjährige nach Wuppertal. Nach dem Abitur begann sie 2006, in Münster Psychologie zu studieren. Sie will nun ihre Diplomarbeit über Wertvorstellungen ukrainischer Kinder schreiben.

Vorstandswahl Ende April

Die Piraten wählen ihren neuen Vorstand am 28. und 29. April auf einem Bundesparteitag im schleswig-holsteinischen Neumünster, eine Woche vor der Landtagswahl im nördlichsten Bundesland. In der Partei sind alle Mitglieder berechtigt, an den Bundesparteitagen teilzunehmen. Bislang gibt es drei Piraten, die für Weisbands Posten kandidieren.

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