12.04.2012, 17:38 Uhr | AFP, dapd
Die Piratenpartei wird mit Mitgliedsanträgen überflutet: Nun konnte die Partei ihr 25.000stes Mitglied begrüßen. "Diese Entwicklung ist ein weiterer Beleg dafür, dass die politische Arbeit der Piraten von den Bürgern geschätzt wird und keinesfalls nur ein paar Wenige unsere Auffassungen teilen", erklärte Piratenchef Sebastian Nerz in Berlin.
Damit kommen die Piraten den anderen Parteien näher - noch vor einem Monat gaben sie ihre Anhängerzahl mit 21.600 an. Nerz gab sich euphorisch: "Dieser Trend wird so lange weitergehen, bis die etablierten Parteien aufwachen und anfangen, sich mit unseren Themen zu beschäftigen."
Die Mitgliederzahlen der Piratenpartei in den Bundesländern (Quelle: dapd)Die Grünen zählten zum Ende des Jahres 59.000 Anhänger und waren leicht auf Wachstumskurs, ein aktuellerer Wert lag nicht vor. Die FDP schloss das Jahr mit rund 63.100 Mitgliedern ab, die Linken mit etwa 69.500. Die beiden Volksparteien liegen klar an der Spitze: Die CDU - ohne Bayern - und die SPD zählten beide jeweils knapp 490.000 Mitglieder.
Doch nicht nur die Mitgliederzahl gibt den Piraten Grund zur Hoffnung: Einer jüngsten Forsa-Umfrage zufolge liegt die Partei bundesweit derzeit mit 13 Prozent Stimmenanteil vor den Grünen. Anderen Umfragen zufolge haben sie Chancen, bei den beiden Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen im Mai knapp den Einzug in die dortigen Landtage zu schaffen.
Auch auf europäischer Ebene wollen die Piraten weiter wachsen: Politiker aus mehr als 20 Ländern wollen am Wochenende in Prag über die Bildung einer Europäischen Piratenpartei (PPEU) beraten. "Da bin ich sehr gespannt, wie das ausgehen wird", sagte der Internationale Koordinator der Piratenpartei Deutschland, Thomas Gaul.
Der internationale Zusammenschluss Pirate Parties International (PPI) sei bereits in Brüssel registriert, sagte er. Zu der Generalversammlung dieses Weltverbandes in Prag entsendet jedes Mitglied bis zu sechs Delegierte. Bei Abstimmungen hat jedes Land aber nur eine Stimme.
Wie die Deutschen die Partei einschätzen, zeigt eine aktuelle Forsa-Umfrage. Die Mehrheit hält die Partei für nicht wählbar. zum Video
Im Unterschied zu anderen Zusammenschlüssen von Parteien wie etwa der Sozialistischen Internationale orientiere sich die PPI weniger an festen Parteistrukturen als vielmehr an gesellschaftlichen Bewegungen für mehr Bürgerrechte, sagte Gaul. Weltweit gebe es Piratenparteien in rund 45 Ländern.
"Die Wiege der Bewegung liegt in Schweden", sagte Gaul. Dort wurde die Piratpartiet am 1. Januar 2006 gegründet. Die schwedischen Piraten sind zwar kein PPI-Mitglied, ihr Gründer Rickard Falvinge wird aber ebenfalls in Prag erwartet.
Quelle: AFP, dapd
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