04.05.2012, 16:21 Uhr | dapd
CSU-Chef Horst Seehofer hat dank der Ankündigung einer Facebook-Party die Zahl seiner Fans im Internet binnen weniger Tage deutlich steigern können. Von den Spitzenreitern im Beliebtheits-Ranking ist er damit aber noch weit entfernt.
Bis Freitagmittag kletterte die Zahl der Facebook-Nutzer, die auf Seehofers Seite auf den "Gefällt-mir-Button" geklickt haben, auf rund 6800.
Damit hat der bayerische Ministerpräsident zwar seinen baden-württembergischen Amtskollegen Winfried Kretschmann (6578) und FDP-Chef Philipp Rösler (5716) hinter sich gelassen - es bleibt aber noch viel Luft nach oben.
Hier finden Sie das Ranking ausgewählter Spitzenpolitiker
Spitzenreiter ist der frühere Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, der es mit knapp 282.000 "Gefällt-mir-Klicks" auf fast doppelt so viele Kontakte bringt wie Bundeskanzlerin Angela Merkel (154.371).
Grünen-Chef Cem Özdemir kann knapp 20.000 "Anhänger" vorweisen, seine Kollegin Claudia Roth etwas mehr als 12.000. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) verzeichnet mehr als 14.700 "Gefällt-mir-Klicks", Guido Westerwelle knapp 13.000.
In Bayern dagegen steht Seehofer - lässt man Guttenberg außer Acht - mit der Zahl seiner Fans sehr gut da: Sein SPD-Herausforderer Christian Ude hat etwas mehr als 3000 "Fans", Vize-Ministerpräsident Martin Zeil (FDP) bringt es gerade mal auf 379.
Von der CSU heißt es offiziell, der Parteivorsitzende Seehofer wolle sich mit der großen Sause am kommenden Dienstag in Münchens Nobeldiskothek P1 bei seinen Anhängern im sozialen Netzwerk bedanken.
Für den kostenlosen Einlass und das Getränk auf Parteikosten muss man Seehofer zwar nicht bei der nächsten Wahl die Stimme geben, aber doch seine Zustimmung auf Facebook ausdrücken: Die Einladung zur Party gibt es nur im Austausch für einen Klick auf den "Gefällt-mir-Button".
Seehofers Vorgehen ist allerdings nicht unumstritten. Ein Facebook-User schreibt: "Meines Wissens verstößt diese Art der Fan-Gewinnung gegen die Facebook-Richtlinien". Facebook war für ein offizielles Statement zu dem Einladungsprozedere allerdings nicht zu erreichen.
Der Kölner Internetrechtsexperte Christian Solmecke zieht einen Vergleich zu den rechtlichen Vorgaben für Firmen: Böten diese finanzielle Vorteile für eine gute Bewertung ihrer Produkte auf Facebook, etwa Rabatte oder eine Gewinnspielteilnahme, sei das problematisch, sagt der Anwalt.
Zwar spendiere auch Seehofer ein Freigetränk und gewähre freien Eintritt zur Party, er werbe jedoch mit der Aktion als Privatperson um Zustimmung im Online-Netzwerk. Das sei tendenziell eher unbedenklich, glaubt Solmecke. Die Normen für die Wirtschaft seien vermutlich nicht auf Politiker zu übertragen. Gerichtsurteile dazu gebe es allerdings nicht.
Quelle: dapd
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