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Grünen-Chefin Claudia Roth denkt offenbar an Rückzug

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Claudia Roth denkt offenbar an Rückzug

12.11.2012, 08:25 Uhr | dpa

Grünen-Chefin Claudia Roth denkt offenbar an Rückzug. Grünen-Chefin Claudia Roth  (Quelle: dapd)

Grünen-Chefin Claudia Roth (Quelle: dapd)

 

Parteichefin Claudia Roth denkt nach ihrem schlechten Abschneiden bei der Urwahl der Grünen offenbar an Rückzug. Am Montagmorgen um 8 Uhr will sie bekanntgeben, ob sie erneut für ihr Amt kandidiert. Anschließend findet in Berlin eine Bundesvorstandssitzung statt.

Die Parteivorsitzenden werden bereits am Samstag auf dem Parteitag in Hannover gewählt. Roth hatte mit nur 26,2 Prozent am schlechtesten von den vier bekannten Bewerbern abgeschnitten. Am Sonntag mehrten sich die Solidaritätsbekundungen von Grünen-Politikern an Roth.

Wer führt die Partei mit Özdemir in den Wahlkampf?

Führende Köpfe bei den Grünen gehen offenbar davon aus, dass Roth tatsächlich erneut antritt. Die Parteilinke könnte gestützt auf interne Bitten weitermachen. Unter den Bittstellern sind auch hochrangige Grüne, darunter auch Realos. Roth hatte sich am Sonntag mit Mitarbeitern getroffen. Auf dem Parteitag könnte sie wohl auf ein gutes Ergebnis hoffen - oder sie könnte wegen der bitteren Niederlage aufgeben.

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Wenige andere mögliche Kandidatinnen wären denkbar, um an der Seite von Parteichef Cem Özdemir die Partei im Wahlkampf zu führen. Genannt wird der Name von Bundesgeschäftsführerin Steffi Lemke als mögliche Nachfolgerin. Özdemir will erneut antreten.

"Claudia kann nerven"

Telefonisch wurde die Parteilinke aus vielen Ecken der Partei zum Bleiben gedrängt, wie es hieß. Nach Göring-Eckardt gingen auch andere zu offenen Solidaritätsadressen über. "Claudia kann nerven, und deshalb ist sie für diese Partei so unverzichtbar", sagte Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck.

Tatsächlich gibt Roth den Grünen ein prominentes Gesicht. Sie trifft den Ton in Flüchtlingsheimen ebenso wie im Fußballstadion. Doch ihre mageren 26 Prozent bei der Urwahl lassen sich nicht wegdiskutieren. Göring-Eckardt kam auf 47 Prozent, Trittin auf 72.

Kämpferisch und farbenfroh

Roth polarisiert wie kaum eine andere Politikerin in Deutschland. Emotional und mit Hingabe tritt die 57-Jährige für ihre Themen ein. Gegen den politischen Gegner wettert sie im Angriffsstil. Die Urwahl bei den Grünen hat sie mit angestoßen: Mit ihr gebe es keinen im Hinterzimmer ausgeklüngelten Alleinkandidat Jürgen Trittin, sagte sie im März.

Demokratie, Menschenrechte, Flüchtlinge zählen zu ihren Hauptthemen. Mit ihrer Mischung aus kämpferischen Schlagworten und oft farbenfrohem Outfit zieht sie aber auch immer wieder Spott auf sich.

 
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