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Niveaulose Retourkutsche: AfD-Sprecher kontert mit Schäubles Schicksal

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Niveaulose Retourkutsche  

AfD-Sprecher kontert mit Schäubles Schicksal

28.09.2014, 18:09 Uhr | t-online.de

Niveaulose Retourkutsche: AfD-Sprecher kontert mit Schäubles Schicksal. Konrad Adam, früher FAZ-Redakteur, heute Sprecher der AfD (Quelle: Reuters)

Konrad Adam, früher FAZ-Redakteur, heute Sprecher der AfD (Quelle: Reuters)

Mit einer Retourkutsche aus der untersten Schublade hat der Sprecher der AfD auf die politischen Angriffe von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble reagiert. Konrad Adam erklärte die Äußerungen des CDU-Politikers, der von seiner Partei eine entschiedenere Auseinandersetzung mit "diesen Populisten" gefordert hatte, mit dessen persönlichen Schicksal - womit er ganz offenbar Schäubles Leben im Rollstuhl meint.

Der frühere FAZ-Redakteur Adam erinnerte in einer Pressemitteilung seiner Partei, der Alternative für Deutschland, an den "hohen, sehr persönlichen Preis, den Schäuble vor langer Zeit für seinen politischen Einsatz zahlen musste". Damit spielt er offenbar auf die Behinderung des Finanzministers an. 1990 wurde Schäuble von einem Attentäter angeschossen und schwer an der Wirbelsäule verletzt; seitdem sitzt er im Rollstuhl.

Schäuble hatte seine Partei zu einer härteren Gangart gegenüber der AfD aufgefordert. In einem Interview mit dem Berliner "Tagesspiegel" warf der dienstälteste Minister der Union der Partei von Euro-Skeptiker Bernd Lucke "hemmungslose Demagogie" vor. Sie propagiere Fremdenfeindlichkeit, instrumentalisiere Ausländerkriminalität und verunglimpfe offene Grenzen. Sie sei eine Gruppierung, "die hemmungslos alles demagogisch missbraucht, was man missbrauchen kann", kritisierte Schäuble. "Das ist unfassbar und erinnert mich an die Republikaner, die in den 90er Jahren im Landtag von Baden-Württemberg saßen."

Ohne ihn direkt zu nennen, war Schäuble auch mit AfD-Chef Lucke hart ins Gericht gegangen. Er wolle den Menschen einreden, dass es ohne Euro allen besser gehe.

Rückgriff auf Kohl und Merkel

Adam forderte nun "Nachsicht" für Schäubles Äußerungen. In der Pressemitteilung vom Sonntag führte Konrad sie nicht nur mit Schäubles persönlichen Schicksal zurück: "Hinzu kommen seine erbitterte, bis heute andauernde Fehde mit dem Parteipatriarchen Helmut Kohl, der Schäuble als seinen designierten Nachfolger immer wieder zurückgesetzt und mehr als einmal brüskierte hatte, und seine Niederlagen gegen Angela Merkel, die ihm zunächst den Fraktions- und dann den Parteivorsitz entwunden hat", heißt es in der Mitteilung der AfD weiter.

Schäubles "Schicksal" mache seinen "verächtlichen Tonfall" verständlich, mit dem er sich zu politischen Tagesfragen äußere und "selbst engste Mitarbeiter öffentlich herunterputzt". Dennoch berechtige ihn das aber nicht zu "abfälligen Bemerkungen über das Innenleben einer Partei, die er nicht kennt, aus guten Gründen aber fürchtet", so Adam weiter.

"Statt einer Antwort verdient er Mitleid"

Am Ende der Mitteilung bittet Adam gar um Mitleid für den Bundesfinanzminister: "Parteileute wie er leben von der Politik und müssen das Amt, das ihnen schließlich zugefallen ist, um jeden Preis verteidigen. Aus Schäubles Mund spricht der Parteisoldat, nicht der Minister. Statt einer Antwort verdient er Mitleid, und das wollen wir ihm gönnen."

Auch AfD-Chef Lucke hatte bereitsauf die Äußerungen des Bundesfinanzministers reagiert und diese entschieden zurückgewiesen: "Die niveaulosen Angriffe des Bundesfinanzministers offenbaren seine Hilflosigkeit im Umgang mit einer Partei, die der Bevölkerung gerade gegenüber seiner Politik die Augen öffnet und wachsenden Zuspruch findet", sagte Lucke der Online-Ausgabe des "Handelsblatts".

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