23.11.2012, 09:03 Uhr | dapd
Haben gut lachen: Die Grünen punkten mit Jürgen Trittin und Katrin Göring-Eckardt als Spitzenduo (Quelle: dpa)
Die Grünen haben nach ihrem Parteitag in der Wählergunst zugelegt. In der neuen Forsa-Umfrage für "Stern" und RTL legte die Partei um zwei Punkte zu und erreichte mit 16 Prozent ihr Jahreshoch.
Der Forsa-Umfrage zufolge gab die Union drei Punkte ab und erreichte 36 Prozent. Die SPD verharrte bei 26, die Linke bei acht Prozent. Die FDP wäre mit vier Prozent nicht mehr im Bundestag vertreten.
Die Piraten verbessern sich dagegen um einen Punkt auf fünf Prozent. Mit diesen Ergebnissen ergäbe sich laut Forsa im Bundestag eine Regierungsmehrheit für eine große Koalition mit 62 Prozent oder für Schwarz-Grün mit 52 Prozent.
Nach dem Wahltrend hätten derzeit nur eine große Koalition und ein schwarz-grünes Bündnis eine Mehrheit. CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe erteilte jedoch schwarz-grünen Gedankenspielen trotz eines Umfragehochs der Oppositionspartei eine klare Absage. "SPD und Grüne sind in den letzten Jahren immer weiter nach links gedriftet. Beide stehen für ein linkes Steuererhöhungsprogramm, daran ändert auch das bürgerliche Gehabe ihrer Spitzenkandidaten nichts", sagte Gröhe.
SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück und die grüne Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl, Katrin Göring-Eckardt, seien "in ihren Parteien einst lautstarke Agenda 2010-Befürworter" gewesen. "Jetzt arbeiten beide ganz vorne an der Entsorgung eben dieser Politik mit", kritisierte der CDU-Politiker.
Rot-Grün stehe aus seiner Sicht für ein Programm, "das unserem Land schaden würde", sagte Gröhe. Spekulationen über etwaige Koalitionen mit der SPD oder den Grünen "verbieten sich damit von selbst", betonte Gröhe.
Auf eine formale Koalitionsaussage zugunsten der FDP wollte sich Gröhe aber noch nicht festlegen: Das Ziel sei, dass die CDU-Vorsitzende Angela Merkel Bundeskanzlerin bleibe. "Die größte inhaltliche Schnittmenge haben wir weiterhin mit der FDP", erklärte er. Die Bilanz der christlich-liberalen Koalition könne sich - "trotz manch unnützem Streit" - sehen lassen, sagte der CDU-Generalsekretär. "Wir haben viel für Deutschland erreicht. Diesen Weg wollen wir gemeinsam fortsetzen."
Eine Koalition von Union und Grüne findet nach einer Forsa-Umfrage für das Magazin "Stern" Zustimmung bei etwa jedem dritten Bundesbürger (35 Prozent), 58 Prozent sehen es dagegen kritisch oder lehnen es ab. Bei den Wählern der Grünen sind demnach 50 Prozent der Wähler offen für eine solche Zusammenarbeit. Bei den Unionswählern ermittelte Forsa 47 Prozent Zustimmung.
Eher skeptisch wird dagegen die Frage beurteilt, ob Schwarz-Grün das Land besser regieren würde als Schwarz-Gelb. 29 Prozent sind laut "Stern" davon überzeugt. 20 Prozent glauben dies nicht. 41 Prozent sehen keinen Unterschied.
Für den "Stern"/RTL-Wahltrend befragte Forsa 2506 Bürger vom 12. bis 16. November 2012. Für die Umfrage zu Schwarz-Grün nahmen 1002 Bürger am 14. und 15. November 2012 teil.
Quelle: dapd
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