17.04.2013, 09:04 Uhr | dpa, AFP
Ist die "Alternative für Deutschland" tatsächlich eine Alternative für die Wähler? In der Sonntagsfrage liegt die Partei derzeit gleichauf mit den Piraten. (Quelle: dpa)
Die neue Anti-Euro-Partei Alternative für Deutschland (AfD) kommt nach einer Umfrage aus dem Stand heraus auf drei Prozent. Das hat das INSA-Institut im Auftrag der "Bild"-Zeitung ermittelt.
Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, würden also drei Prozent der Bürger für die neue Partei stimmen. Damit lag die Partei gleichauf mit der Piratenpartei, die im Vergleich zur Vorwoche einen Punkt zulegte. Die Union kam in der Umfrage auf 39, die SPD auf 26 Prozent. Dies entsprach in beiden Fällen dem Wert der Vorwoche.
Die FDP lag wie schon in der Woche zuvor bei fünf Prozent. Die Grünen verloren einen Punkt und kamen auf 15 Prozent. Auch die Linkspartei verlor einen Punkt und lag bei sechs Prozent.
INSA-Chef Hermann Binkert sagte der "Bild": "Die AfD hat ein großes Potenzial. Zwei Drittel der Deutschen lehnen die Milliarden-Rettungsschirme für den Euro ab."
Die AfD hatte sich erst am Wochenende gegründet und ein Wahlprogramm verabschiedet. Darin fordert sie eine "geordnete Auflösung des Euro-Währungsgebietes".
Der Meinungsforscher Klaus-Peter Schöppner von TNS-Emnid sieht gute Chancen, dass die AfD bei der Bundestagswahl im September den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde schaffen wird.
"Mehr potenzielle Wähler kommen aus dem Lager der Nicht-Wähler als aus der Gruppe enttäuschter CDU-Anhänger", sagte er der "Neuen Westfälischen". Weitere zwei bis drei Prozent der Wahlberechtigten suchten sich immer völlig undogmatisch und unideologisch eine Partei, mit deren Wahl sie ihren Protest artikulieren könnten.
Der Mitinitiator der Alternative für Deutschland, Joachim Starbatty, sieht den Sturz von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) als realistisches Ziel seiner Partei. "Wenn wir in den Bundestag kommen - und die Chancen dafür sind sehr groß -, dann ist Angela Merkel Geschichte", sagte er.
Die AfD werde im Wahlkampf nicht zuletzt den Regierungsparteien CDU/CSU und FDP Stimmen abjagen, so dass die schwarz-gelbe Koalition keine Mehrheit mehr habe. "Dann wird Angela Merkel nicht mehr die Galionsfigur sein, und dann wird die CDU ihren Kurs überdenken", sagte der Tübinger Wirtschaftswissenschaftler.
Starbatty ist Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der AfD und berät die Parteiführung. Er hatte schon 1998 in Karlsruhe gegen die Euro-Einführung geklagt. 2011 zog er mit Mitstreitern erneut vor Gericht und klagte gegen die Milliardenhilfen für überschuldete Euro-Staaten. Beide Klagen blieben erfolglos.
Merkel habe Deutschland mit ihren milliardenschweren Rettungspaketen für kriselnde Euroländer in eine verhängnisvolle Situation gebracht. "Das ist keine Politik ans rettende Ufer, sondern sie führt uns einfach Schritt für Schritt tiefer in den Schuldensumpf hinein", sagte der Professor, der - wie viele AfDler - lange Mitglied der CDU war.
Die Wiedereinführung der D-Mark hält Starbatty nur für den letzten Ausweg. Viel sinnvoller sei ein konsolidierter Euro-Raum. Dafür müsse man Krisenländer wie Griechenland und Spanien davon überzeugen, dass ihre wirtschaftlichen Chancen mit einer stark abgewerteten Nationalwährung deutlich größer seien als im Euro-Raum. Sollte dieser ganz aufgelöst werden, könnte Deutschland mit anderen wirtschaftlich starken Ländern eine neue, kleine Währungsunion bilden.
Dass die exportorientierte deutsche Wirtschaft bei einem Zerbrechen des Euroraums leiden würde, glaubt der 72-Jährige nicht. "Wir produzieren doch Hochleistungsprodukte, Technologien, die in dieser Form nur in Deutschland zu bekommen sind. Das bleibt doch so, auch wenn der Euroraum zerbricht."
17.04.2013, 09:04 Uhr | dpa, AFP
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