21.03.2013, 16:08 Uhr | AFP, dpa
"Ein fast perfektes Universum" - das Weltraumteleskop "Planck" hat ein erstes, vollständiges Bild des Universums geliefert (Quelle: ESA)
Es ist die wohl wichtigste Frage der Menschheit: Wie und wann entstand unser Universum? Wissenschaftler konnten mit Hilfe von Daten des Weltraumtelekops "Planck" neue Erkenntnisse gewinnen, die an den Grundfesten unseres derzeitigen Verständnisses des Alls rütteln. Hintergrund ist eine nun veröffentlichte Himmelskarte der sogenannten Mikrowellen-Hintergrundstrahlung, die laut George Efstathiou von der Universität Cambridge ein "nahezu perfektes Universum" zeigt.
Die Europäische Weltraumorganisation ESA veröffentlichte die bislang genaueste Karte der fossilen Strahlung aus der Zeit des Urknalls. Die "Planck"-Daten liefern zwar die bisher präziseste Bestätigung der gängigen kosmologischen Theorien. Durch die außerordentliche Präzision der neuen Karte konnten demnach jedoch auch einige ungeklärte Phänomene entdeckt werden, für deren Verständnis neue Erklärungsversuche erforderlich sein könnten.
"Planck" war im Mai 2009 ins All geschossen worden, um wie eine Zeitmaschine zurück in die Vergangenheit des Universums zu blicken. Dazu zeichnete der Satellit die kosmische Mikrowellen-Hintergrundstrahlung auf - die älteste Lichtstrahlung im All, die ihren Abdruck am Sternenhimmel zu einer Zeit hinterließ, als das Weltall erst 380.000 Jahre alt war.
Der Mikrowellen-Hintergrund weist winzige Temperaturunterschiede auf, die sich mit Regionen von geringfügig abweichender Dichte in der Frühzeit des Universums decken - und so den Keim für die heutigen Sterne und Galaxien in sich tragen. Damit stelle die kosmische Hintergrundstrahlung "eine direkte Verbindung zur Geburtsstunde des Kosmos dar", erläuterte Christian Gritzner vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).
Die "Planck"-Daten präzisieren die Erkenntnisse der beiden Vorgängermissionen COBE (1989) und WMAP (2001) der US-Raumfahrtbehörde NASA, die ebenfalls die minimalen Temperaturschwankungen im Mikrowellen-Hintergrund untersucht hatten.
Auf dem "Planck"-Komplettbild des Universums machten die Forscher nun unter anderem einen "kalten Fleck" aus, der sich über ein wesentlich größeres Areal am Himmel erstreckt als erwartet. Für diese und weitere von "Planck" nachgewiesene Anomalien suchen die Forscher nun nach Erklärungen.
"Wir stellen eine erstaunliche Übereinstimmung mit dem kosmologischen Standardmodell fest, wenn auch einige rätselhafte Phänomene uns keine andere Wahl lassen, als gewisse grundsätzliche Annahmen zu überdenken", erklärte der ESA-Projektwissenschaftler für "Planck", Jan Tauber. "Wir stehen erst am Anfang eines neuen Unterfangens und sind zuversichtlich, dass unsere kontinuierlichen Studien der 'Planck'-Daten weiteres Licht auf diese Rätsel werfen werden."
Aus den neuen Daten lässt sich laut ESA auf ein Alter des Universums von 13,82 Milliarden Jahren schließen - das sind rund 80 Millionen Jahre mehr als bislang angenommen. Auch die Erkenntnisse über die Zusammensetzung des Alls wurden durch die "Planck"-Daten weiter präzisiert. Die "normale Materie", aus der Galaxien, Sterne und auch die Erde bestehen, trägt demnach lediglich 4,9 Prozent zur Massen- und Energiedichte des Universums bei.
Auf die "Dunkle Materie", die sich nur über den Einfluss ihrer Schwerkraft bemerkbar macht, entfällt ein Anteil von fast 26,8 Prozent - das ist fast ein Fünftel mehr als bislang angenommen. Hingegen fällt die rätselhafte "Dunkle Energie", die für die immer schnellere Ausdehnung des Universums verantwortlich gemacht wird, weniger ins Gewicht als bisher vermutet.
21.03.2013, 16:08 Uhr | AFP, dpa
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