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Bedrohte Nashorn-Art soll im Labor gezüchtet werden

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Nur noch drei Exemplare  

Forscher wollen bedrohtes Nördliches Breitmaulnashorn im Labor züchten

22.12.2015, 15:20 Uhr | dpa

Bedrohte Nashorn-Art soll im Labor gezüchtet werden. Das letzte männliche Nördliche Breitmaulnashorn wird rund um die Uhr bewacht. (Quelle: Reuters)

Das letzte männliche Nördliche Breitmaulnashorn wird rund um die Uhr bewacht. (Quelle: Reuters)

Das Nördliche Breitmaulnashorn ist eines der bedrohtesten Tiere der Welt: Es gibt nur noch drei Exemplare - und die pflanzen sich nicht fort. Jetzt haben Forscher eine Idee.

Modernste Stammzellentechnik könnte die Rettung für die Art sein: Die Wissenschaftler wollen sogenannte induzierte pluripotente Stammzellen (iPS) zu Keimzellen - also Spermien und Eizellen - ausreifen lassen, gab das beteiligte Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin bekannt. Die iPS können beispielsweise aus Nashornhaut gewonnen werden. Zudem gibt es natürliche Keimzellen der drei noch lebenden Tiere. 

Nach einer künstlichen Befruchtung könnte dann eine Leihmutter fortpflanzungsfähige Breitmaulnashorn-Babys austragen. "Ein Erfolg bietet neue Möglichkeiten im Kampf gegen das rasante, vom Menschen verursachte Artensterben", so das IZW. 

Auf einer Expertenkonferenz in Wien im Dezember war das Verfahren diskutiert worden. Dort nahm auch der japanische Stammzellforscher Katsuhiko Hayashi (Kyushu Universität) teil. Ihm war es bereits gelungen, aus einfachen Hautzellen ganze Mäuse zu züchten. Dieses Modell soll nun auf das Nördliche Breitmaulnashorn übertragen werden.

Zwei Exemplare in diesem Jahr gestorben

Nachdem in diesem Jahr zwei Nashörner in den Zoos von San Diego (Kalifornien) und im tschechischen Dvur Kralove gestorben sind, leben nur noch in Kenia drei Exemplare der Art, das Männchen "Sudan" und zwei Weibchen. Das Alter der Tiere und Schwierigkeiten bei deren Fortpflanzung machen eine Vermehrung auf natürlichem Wege jedoch sehr unwahrscheinlich. Noch im Sommer hatte ein Tierarzt aus Südafrika vergeblich versucht, mit entnommenen Eizellen und Sperma eine künstliche Befruchtung herbeizuführen. 

Das Erbgut von einem Dutzend Nördlicher Breitmaulnashörner wird jedoch bereits in Genbanken in San Diego und Berlin aufbewahrt. Als Nashorn-Leihmütter könnten Südliche Breitmaulnashörner eingesetzt werden. Im kommenden Jahr wollen die Forscher über den Fortgang des Rettungsplanes informieren.

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