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Der muslimische Fastenmonat Ramadan

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Hintergrund  

Der muslimische Fastenmonat Ramadan

08.06.2016, 12:51 Uhr | dpa

Der muslimische Fastenmonat Ramadan. APTOPIX Indonesia Ramadan (Quelle: AP/dpa)

Für Muslime ist der Fastenmonat Ramadan heilig. Das Bild zeigt Schüler der indonesischen Ar-Raudlatul Hasanah Islamic boarding school in Medan (Nordsumatra). (Quelle: AP/dpa)

Der Fastenmonat Ramadan hat für die weltweit rund 1,6 Milliarden Muslime eine besondere Bedeutung. Die im Koran in Sure 2, Vers 185 verankerte Pflicht zum Fasten ist ein Grundpfeiler des Islams. Wie im Christentum an Weihnachten kommen bei den Muslimen zum Ramadan die Familien zusammen. 

Im neunten Monat des Mondkalenders sollen Muslime von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang auf Essen, Trinken und Sex verzichten. Für viele Arbeitnehmer gelten bis dahin verkürzte Bürozeiten. 

Fastenbrechen im Kreis der Familie

Mit dem Sonnenuntergang ist es Tradition, das Fastenbrechen mit einem üppigen Festmahl im Kreis der Familie zu feiern. Am Ende des Fastenmonats wird das Fest Eid al-Fitr gefeiert.

Der Ramadan beginnt dem Koran zufolge, wenn nach dem Neumond die Mondsichel sichtbar wird - 2016 in den meisten Ländern war das am 6. Juni. Das Datum kann regional variieren und wird von religiösen Gelehrten bestimmt.

Vor besondere Herausforderungen stehen Muslime im hohen Norden, wo die Sonne fast nicht untergeht. Eine Sonderregelung gibt es für dieses Problem noch nicht - viele Muslime richten sich daher nach Mekka. Besonders Hartgesottene brechen das Fasten nur für zwei Stunden, wenn ein dunklerer Schleier über den Städten liegt.

Anschläge gezielt zu Ramadan

Der Ramadan gilt auch als Monat des Friedens und der Versöhnung. Islamistische Terroristen verüben aber bewusst im Fastenmonat Anschläge.

Der Fastenmonat hat auch Auswirkungen auf Urlauber zum Beispiel in Ägypten, Tunesien und Marokko. "Außerhalb von Hotels haben viele Stände und Restaurants nicht geöffnet", erklärt die Islamwissenschaftlerin Sarah Albrecht von der Freien Universität Berlin. Anders sieht es in den Ferienanlagen aus: Dort gebe es selbstverständlich auch tagsüber Getränke und Essen.

Urlauber brauchen Fingerspitzengefühl

Trotzdem ist Fingerspitzengefühl gefragt. "Einigen Muslimen macht es sicher nichts aus, wenn ein Urlauber tagsüber etwas trinkt oder isst", sagt Albrecht. "Andere würden dies in der Öffentlichkeit womöglich als störend empfinden." Der Reisende müsse selbst abwägen, ob er es für angemessen hält, wenn er zum Beispiel in einer Gruppe fastender Menschen seine Wasserflasche herausholt.

Im islamischen Fastenmonat Ramadan stehen den Küchenteams deutscher Flüchtlingsunterkünfte Spätschichten bevor. "Wir werden von 21.30 bis 22.30 Uhr unsere Kantine extra öffnen, das Mittagessen noch einmal kochen und Lebensmittelpakete mitgeben fürs Essen vor Sonnenaufgang", sagt der Koch Ole Heldberg (28). "Viele muslimische Flüchtlinge sind dafür sehr dankbar", berichtet der stellvertretende Küchenchef der zentralen Erstaufnahme Schleswig-Holsteins in Neumünster.

Eigentlich müssen Flüchtlinge nicht fasten

"Praktisch alle unsere 490 Flüchtlingsunterkünfte in Deutschland mit 140.000 Flüchtlingen stellen sich auf irgendeine Weise auf den Fastenmonat ein", sagt der Sprecher des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Dieter Schütz.

Erfahrungsgemäß faste etwa ein Drittel der Flüchtlinge, sagt Orhan Kilic, selber Muslim und Leiter der DRK-Hausbetreuung in Neumünster. "Eigentlich müssten Flüchtlinge nicht fasten, denn sie sind quasi Reisende, und für solche gilt die Fastenpflicht nicht", erklärt der Deutschtürke, der seit 15 Jahren für das DRK arbeitet. Ausnahmen gelten auch für Kinder, Alte, Kranke, Schwangere oder Stillende sowie körperlich schwer Arbeitende.

Özil: "Unmöglich zu fasten" während EM

Auch der deutsche Fußball-Nationalspieler und gläubige Muslim Mesut Özil nimmt diese Regelung während der EM in Anspruch. "Das Wetter ist im Sommer zu warm. Wir haben intensive Trainingseinheiten und Spiele. Da ist es für mich unmöglich zu fasten", sagte Özil der Tageszeitung "Express".

Auf die Frage, wie sich der Fastenmonat mit einer Europameisterschaft vereinbaren lasse, antwortete der Profi des FC Arsenal: "Gar nicht." Profisportler können ihre Fastenzeit aber außerhalb des Ramadan nachholen.

Wenn Schüler fasten

Wenn Jugendliche mitfasten, betrifft das auch ihren Schulalltag: Sie sind möglicherweise unkonzentrierter und brauchen öfter eine Pause. Eltern muslimischer Kinder sollten deshalb zu Beginn des Ramadan ein Gespräch vereinbaren - am besten mit der Schulleitung. "Der Klassenlehrer alleine kann es nicht entscheiden", sagt Wolfgang Pabel, stellvertretender Vorsitzender des Bundeselternrates. 

Muslimische Eltern sollten gemeinsam an die Schule herantreten, rät Pabel. So können sie versuchen, erweiterte Unterrichtspausen oder das Einrichten eines Gebetsraums durchzusetzen. Unwahrscheinlich ist dagegen, dass Tests oder Prüfungen wegen des Ramadans verschoben oder Jugendliche davon befreit werden: "Da hört die Religionsfreiheit auf", sagt Pabel.


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